Linktipp #4: Ein ganz besonderer Sonnenfleck

Der heutige Linktipp ist eine Zeichnung. Das Zeichnen astronomischer Objekte ist in Zeiten digitaler Fotografie zu Unrecht aus der Mode geraten, ist es doch eine einfache und zugleich enorm lehrreiche Methode, das im Teleskop gesehene festzuhalten. Sei’s drum: Das hier gezeigte Werk zeigt einen der größten Sonnenflecken des vergangenen Jahrhunderts – einer, der auch auf der Erde spürbare Auswirkungen hatte. Continue reading

Was wir über „Proxima b“ wissen und was nicht – und wie Amateure helfen können

Nun ist es raus: Astronomen haben am La-Silla-Observatorium der ESO in Chile einen Planeten beim nächsten Stern am irdischen Himmel, Proxima Centauri, entdeckt. Auf einer Pressekonferenz im ESO-Hauptquartier wurden die Resultate nun präsentiert. Ich war dort und fasse hier zusammen, was wir über „Proxima b“ nun eigentlich wissen und was Spekulation ist – und wie Amateurastronomen womöglich bei der Erforschung des Planeten helfen können. Continue reading

Blog-Flashback #6: Alpha Centauri und seine Begleiter

Alpha Centauri ist mit 4,3 Lichtjahren Entfernung der nächstgelegene Stern, den man mit bloßem Auge am Nachthimmel sehen kann. Er ist nach Sirius und Kanopus zudem der dritthellste am irdischen Firmament. Ein Amateurteleskop enthüllt seine wahre Natur: Alpha Centauri ist ein Doppelsternsystem, in dem sich zwei sonnenähnliche Sterne gegenseitig umkreisen. Continue reading

Was passiert am Himmel? Kalenderwoche 34 (22.-28.08.16)

Der Mond zieht sich im Laufe der Woche vom Abendhimmel zurück, damit wird die erste Nachthälfte wieder für die Deep-Sky-Beobachtung interessant. Im Video stelle ich ein paar interessante Objekte vor, die man auch im kleinen Fernrohr sehen kann. Außerdem gibt es zwei Planetenpaare zu bestaunen: Jupiter und Venus (knapp) in der Abenddämmerung sowie Mars und Saturn bis kurz vor Mitternacht. Continue reading

Linktipp #3: Perseiden aus der Stratosphäre

Auf dieses Video hat mich gestern Alejandro Sánchez ‏ aufmerksam gemacht: Es zeigt den diesjährigen Perseidenstrom, aufgenommen von einer Kamera an Bord eines Stratosphärenballons über Spanien. In bis zu 31 Kilometer Höhe stören keine Wolken und auch die dünne Restatmosphäre ermöglicht eine bessere Sicht. Außerdem schwebt die Kamera weit über der Lichtverschmutzung am Erdboden. Continue reading

Einmal Mars mit Extras

Zum dritten Mal innerhalb eines Jahres wurde ein „Astronomy Picture of the Day“ (APOD) nachträglich zurückgezogen. Einmal mehr gibt es erhebliche Zweifel, ob das Bild mit lauteren Mittel erstellt wurde. Zweimal schon war APOD auf „Fakes“ hereingefallen – Bilder, die entweder dreist gefälscht waren oder zumindest den ethischen Standards der Webseite nicht entsprachen. Eine solche Häufung ist ein Novum in der langen Geschichte des APOD. Continue reading

Auf Tuchfühlung mit ALMA, 3. Teil: Das Weltall im Submillimeterteleskop

Mit seiner Long-Baseline-Konfiguration erreicht ALMA ein Winkelauflösungsvermögen, dass es mit den weltbesten Teleskopen aufnehmen kann. In der im Herbst 2014 getesteten Variante lag das Auflösungsvermögen bei etwa 35 Millibogensekunden. Zum Vergleich: ein 8,2m-VLT-Teleskop erreicht (ohne Interferometrie aber mit adaptiver Optik) etwa 50, das Hubbleteleskop (mit kleinem Spiegel und ohne adaptive Optik, aber eben auch ohne störende Erdatmosphäre) 40 Millibogensekunden. Was das konkret bedeutet, darum soll es in diesem dritten und letzten Teil der ALMA-Blogserie gehen. (Hier geht es zurück zu Teil 1 und Teil 2.) Continue reading

Auf Tuchfühlung mit ALMA, 2. Teil: 66 Augen sehen mehr als zwei

Bei unserem Besuch im Juni 2014 parkten die meisten der ALMA-Antennen noch in der Nähe des Versorgungsgebäudes, 5000 Meter hoch in der Atacamawüste. Die Versammlung von so viel Hochtechnologie erlaubte zwar eindrucksvolle Bilder und Videos, war aber nur temporär: Für die ALMA Long Baseline Campaign wurden einige der Antennen nur wenig später über fast die gesamte Hochebene verteilt – bis zu 15 Kilometer weit standen sie ab September voneinander getrennt. Später soll es noch ein Kilometer mehr sein. Auf diese Weise erreicht ALMA eine Bildschärfe, die dem des Weltraumteleskops Hubble um nichts nachsteht. Continue reading