Airglow und Quadrantiden

Dieses kurze Zeitraffervideo stammt vom 4. Januar 2020, und es wäre zu schade, es auf der Festplatte verschimmeln zu lassen. Ursprüngliche Idee war, ein paar Meteore des Quadrantidenstroms aufzunehmen, und einige davon tauchen im Video auch auf. Besonders interessant ist aber das Phänomen, das etwa ab Sekunde 7 in Erscheinung tritt.

Die parallelen Linien aus rötlich schimmerndem Licht, die relativ schnell Richtung Norden wandern und dann verschwinden, sind die Manifestation der Selbstleuchteigenschaften der Erdatmosphäre, im Fachterminus “Airglow” genannt. In diesem Fall am 4. Januar handelte es sich um rotes Airglow in 86-87 Kilometer Höhe.

Das Leuchten wird durch Sonnenlicht erzeugt, das tagsüber Atome und Moleküle in der Erdatmosphäre anregt und aufspaltet. Während es bei angeregten Atomen nur Sekunden dauert, bis sie unter Lichtemission wieder in ihren Energiegrundzustand zurückfallen, können die gespaltenen Moleküle (hier ist es v.a. das O-2-Molekül) die Sonnenenergie über Stunden speichern und dann in der Nacht als Airglowleuchten wieder abgeben.

Die linienartigen Strukturen kommen durch Schwerewellen in der Atmosphäre zustande. Schaut man genau hin, sieht man, dass der Himmel auch vor und nach dem Erscheinen der Wellen rötlich (und am Horizont auch ein bisschen grünlich) leuchtet. Das Airglow war in dieser Nacht nicht stark genug, um es mit bloßem Auge zu sehen, doch der Himmel schien irgendwie aufgehellt.

Statt nun einen ganzen Artikel zum Thema Airglow zu schreiben, verweise ich auf den kurzen, aber sehr informativen Text bei meteoros.de!

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