Auftakt für den Abendstern

Wer richtig klaren Himmel und freie Sicht Richtung Westen hat, kann in diesen Tagen in der Abenddämmerung den Planeten Venus knapp über dem Horizont sehen. Das Bild entstand am Abend des 20. Februar auf La Palma mit freier Sicht über den Atlantik. Zugegebenermaßen ideale Konditionen, aber auch in Deutschland betritt der Abendstern nun die Himmelsbühne.

Venus am Abendhimmel (20.02.2018)
Venus am Abendhimmel (20.02.2018) Der Planet ist in der Bildmitte – zum Vergrößern anklicken!
Venus am Abendhimmel (Ausschnittsvergößerung)
Venus am Abendhimmel (Ausschnittsvergößerung)

Bis in den Spätsommer wird Venus nach Sonnenuntergang den Himmel zieren. Wachsende Horizonthöhe und Helligkeit werden sie zu dem im Volksmund bekannten “Abendstern” machen, auch wenn sie freilich kein Stern, sondern unser nächster Planet ist.

Die beste Sichtbarkeit wird Venus in den Monaten April bis Juni erreichen. Die Grafik unten (erstellt mit Hilfe von calsky.com) zeigt ihre Position jeweils bei Ende der bürgerlichen Dämmerung (Sonnenstand 6 Grad unter dem Horizont). Zu diesem Zeitpunkt ist es schon so dunkel, dass die ersten Sterne sichtbar werden.

Sichtbarkeit von Venus im Frühjahr/Sommer 2018. Blickrichtung Westen, jeweils zum Ende der bürgerlichen Dämmerung. Erstellt mit calsky.com
Sichtbarkeit von Venus im Frühjahr/Sommer 2018. Blickrichtung Westen, jeweils zum Ende der bürgerlichen Dämmerung. Erstellt mit calsky.com

Ihren maximalen Winkelabstand von der Sonne (die größte östliche Elongation) erreicht Venus erst am 17. August. Bis dahin wird sich die Sichtbarkeit des Planeten aber deutlich verschlechtert haben. Der Grund ist die dann wieder flacher stehende Ekliptik (die ungefähre Ebene, in der die Planeten, also auch Venus, um die Sonne kreisen) am Abendhimmel.

Mit einem kleinen Teleskop kann man verfolgen, wie sich der Beleuchtungsgrad der Venus im Laufe der Zeit ändert: Venus zeigt Lichtphasen wie der Mond. Im Februar erscheint Venus noch klein und rundlich. Bis zum August nimmt ihre Phase ab, sie wird zuerst zur “Halbvenus”, dann zur immer schmaleren Sichel. Gleichzeitig “wächst” ihre scheinbare Größe an, weil sie sich auf ihrer Bahn der Erde nähert.

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