Mond bedeckt Venus

Einmal mehr ist die Venus Protagonistin hier im Blog: Nachdem sie am 3. Juni knapp an der Sonne vorbeischrammte, traf sie heute morgen (19. Juni) auf die zweite große Himmelslaterne, den Mond. Es kam sogar zu einer seltenen Planetenbedeckung, bei der der Mond genau vor der Venus vorbeizog. Trotz hellem Taghimmel konnte ich das Ereignis verfolgen und videografieren. Continue reading

Eine heiße Sache: Venus 3,6 Grad neben der Sonne

Diese Übung gehört zur berüchtigten Kategorie “bitte nicht nachmachen – außer ihr wisst, was ihr tut”! Ende Mai näherte sich die Venus von Tag zu Tag der Sonne. Als sie schon längst nicht mehr am dunklen Himmel sichtbar war, konnte ich sie dennoch mehrfach im Teleskop sehen, zuletzt am 1. Juni, nur zwei Tage vor der unteren Konjunktion, als sie gerade noch 3 Grad und 39 Minuten von der Mitte der Sonnenscheibe entfernt war. Wie mir das gelang, ohne meinen Kamerachip zu verbrennen, darum geht es in diesem Blogpost! Continue reading

Totgesagte leben länger

Eigentlich wollte ich meine geschätzten Leser Anfang Mai mit einem Foto des neuen, hellen Kometen C/2020 F8 SWAN überraschen. Der sollte von La Palma aus nämlich für ein paar Minuten vor Beginn der Morgendämmerung erreichbar sein. Leider kamen mir stürmische Winde, Schleierwolken und später der Mond in die Quere. Dafür gibt es heute ein neues Bild des zerbröselten Kometen C/2019 Y4 ATLAS, der sich in den letzten Tagen zu berappeln scheint und dessen Helligkeit wieder auf 8 mag gestiegen ist. Continue reading

Linktipp #44: Wenn ein Planet sich einfach auflöst

Fomalhaut b war einer der ersten Exoplaneten, den Astronomen direkt fotografieren konnten. Auf Bildern des Hubble-Weltraumteleskops aus den Jahren 2004 bis 2006 sah man ihn als hellen Lichtpunkt, der offenbar den 25 Lichtjahre entfernten Stern Fomalhaut im Sternbild Südlicher Fisch umkreiste. Doch nun hat sich der Himmelskörper aufgelöst – buchstäblich vor den Augen des Hubble-Teleskops und sehr zur Überraschung der Forscher. Continue reading

Linktipp #43: Happy Birthday, Hubble!

Seit drei Jahrzehnten ist es eine Selbstverständlichkeit: 568 Kilometer über unseren Köpfen schwebt ein Teleskop, das unermüdlich ins Weltall hinausspäht. Seine Bilder führen der Menschheit vor Augen, wie groß und vielseitig der Kosmos ist. Damit hat es eine Berühmtheit erlangt, wie sie nur die wenigsten wissenschaftlichen Instrumente erreichen. Was das Hubble-Weltraumteleskop ist, wissen heute bereits Grundschüler. Continue reading

Tschüss ATLAS? Hallo SWAN?

Während C/2019 Y4 ATLAS offenbar mit deiner Selbstauflösung beschäftigt ist (hier ein Bild, auf dem mehrere Fragmente zu sehen sind), und damit die Hoffnungen auf einen hellen Kometen im Mai rapide sinken, hat vor ein paar Tagen der Kometenjäger Michael Mattiazzo auf Bildern des SWAN-Instruments an Bord des SOHO-Satelliten einen neuen Schweifstern entdeckt. Ersten visuellen Schätzungen ist bereits rund 8mag hell, könnte er ebenfalls im Mai gut sichtbar werden – und seine Himmelsbahn kreuzt sogar die von ATLAS! Continue reading

Erwischt: BepiColombo beim Earth-Flyby

Die europäisch-japanische Raumsonde BepiColombo absolvierte heute in den frühen Morgenstunden einen nahen Erdvorbeiflug, um Schwung für ihren Anflug zum Merkur zu nehmen. Die Anregung von Scilogger Michael Khan aufgreifend habe ich versucht, die Sonde noch mal abzulichten, bevor sie sich endgültig in die Tiefen des Raumes verabschiedet. Es war nicht leicht, doch es hat geklappt! Continue reading

War’s das schon mit dem Maikometen? Komet Y4 ATLAS womöglich zerbrochen

Komet C/2019 Y4 ATLAS wurde vor ein paar Wochen noch als Hoffnungsträger gefeiert, nun könnte er als Rohrkrepierer á la ISON (erinnert sich noch jemand an den?) enden. Am 6. April meldeten Astronomen, dass sich der Kern des Kometen aufzulösen scheint, eine Beobachtung, die kurze Zeit später von einem robotischen Teleskop auf La Palma bestätigt wurde. Meine eigene Beobachtung von letzter Nacht lässt auch nichts Gutes erwarten. Continue reading

Der Gegenschein: Mythos und Herausforderung

Um den Gegenschein ranken sich Mythen. Längst nicht jeder Amateurastronom hat ihn schon einmal bewusst wahrgenommen, denn er gehört definitiv zu den schwierigsten visuellen und fotografischen Objekten des Nachthimmels. Er ist nochmals um Klassen schwächer als das morgendliche oder abendliche Zodiakallicht, das selbst schon eine Herausforderung ist, besonders in lichtverschmutzten Gegenden. Auf La Palma habe ich den Gegenschein zwar schon oft gesehen, doch ein anständiges Foto fehlte mir bisher. Ende März, mitten im Corona-Lockdown, ist es mir endlich gelungen. Continue reading