Bester Blick auf Saturns Ringe

Einen solchen Anblick werden wir bis 2032 nicht mehr erleben: Saturn zeigt sich derzeit in seiner vollen Pracht. In diesem Jahr schauen wir nämlich unter dem maximal möglichen Winkel „von oben“ auf sein Ring- und Mondsystem. Das geschieht nur zwei Mal während des knapp 30jährigen Saturnjahrs. So schön wie jetzt bekommen wir die Saturnringe also lange nicht mehr ins Teleskop!

Im Sommer 2017 sehen wir Saturn und seinen Ring so gut wie erst 2032 wieder: Im Teleskop zu sehen sind (ruhige, klare Luft vorausgesetzt): A- und B-Ring, Cassinische Ringteilung sowie mehrere Saturnmonde. Grafik erstellt mit Stellarium.
Im Sommer 2017 sehen wir Saturn und seine Ringe so gut wie erst 2032 wieder: Im Teleskop zu sehen (ruhige, klare Luft vorausgesetzt): A- und B-Ring, Cassinische Ringteilung sowie mehrere Monde. Grafik erstellt mit Stellarium.

Saturns Rotationsachse ist 27 Grad gegen die Sonnenumlaufbahn der Erde geneigt, deshalb sehen wir ihn im Laufe seines Sonnenumlaufs aus verschiedenen Perspektiven: Im Oktober 2017 ist die „Ringöffnung“ mit 27 Grad maximal (Saturn da allerdings schon nicht mehr beobachtbar). In den kommenden Jahren nimmt sie immer weiter ab, bis wir 2025 genau auf die Ringkante schauen. Der über 300.000 Kilometer breite aber nur 1 Kilometer dicke Ring verschwindet dann bzw. wird zu einer dünnen Linie. Erst 2032 erscheint der Ring wieder so prachtvoll wie jetzt, wobei wir dann auf die Südhemisphäre des Planeten schauen werden (2017 ist seine Nordhalbkugel Richtung Erde gerichtet).

Leider steht Saturn in Mitteleuropa momentan nach Ende der Dämmerung nur maximal 18 Grad über dem Südhorizont. Das erschwert die Beobachtungen etwas, weil die Luft in Horizontnähe stets unruhiger ist als Richtung Zenit. Schon mit einem kleinen Fernrohr ab 60-80 Millimeter Öffnung und bei 80-100facher Vergrößerung sollten die Ringe aber sichtbar sein. Dabei lassen sich bei ruhiger Luft der innere, helle B-Ring und der äußere, etwas dunklere A-Ring unterscheiden. Getrennt werden die beiden (eigentlich aus tausenden Einzelringen aufgebauten) Systeme durch die knapp 5000 Kilometer breite „Cassini-Teilung“, die ab etwa 150facher Vergrößerung als umlaufende, dunkle Linie erkennbar ist.

Saturn am Abendhimmel im Sommer 2017. Grafik erstellt mit Stellarium.
Saturn am Abendhimmel im Sommer 2017. Grafik erstellt mit Stellarium.

In der Umgebung der Ringe sind zudem eine ganze Reihe von Monden zu sehen. Der hellste, Titan, ist größer als der Erdmond. Man sieht ihn schon in einem kleinen Teleskop. Die Position der Monde relativ zu Saturn ändert sich von Nacht zu Nacht. Ein Blick in ein astronomisches Jahrbuch, eine aktuelle Astrozeitschrift oder ein Planetariumsprogramm wie Stellarium hilft, die Monde zu identifizieren.

Saturn steht im Sternbild Schütze, gleich westlich des Skorpions mit seinem hellen Leitstern Antares. Alternativ findet man ihn mit Hilfe des Sommerdreiecks (siehe Abbildung) und des Sternbilds Schwan: Einfach die Längsachse des Schwans zum Horizont verlängern: Der helle, gelbliche „Stern“ ist Saturn!

Clear Skies!

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