Blog-Flashback #11: Die größten Observatorien der Welt im Zeitraffer

Seit Jahren sammelten sich auf diversen Astroreisen aufgenommene Zeitrafferclips auf meiner Festplatte und gammelten vor sich hin. Das muss nicht sein, dachte ich, und nahm mir einen Nachmittag zwei Tage eine Woche viel Zeit, um aus all dem verstreuten Bildmaterial einen kurzen Film zusammenzuschneiden, der mir der Veröffentlichung würdig erscheint. Voilà, hier ist er nun: StarryNights – meine Astrozeitraffer von 2011 bis 2014, eingekocht auf 6 Minuten 11 Sekunden! 

Update: Vielen Dank an universetoday.com für die freundliche Erwähnung meines Videos! „Glowing Galaxies Shine Above Trance-Like Telescopic Timelapse

Zuerst erschienen am 16. September 2014.

Wie man solche Zeitrafferfilme selbst erstellt, hatte ich Anfang 2011 bereits hier im Blog beschrieben. Die damals genannten Tipps und Tricks gelten auch heute noch. Das endgültige Video habe ich schließlich mit dem Windows Movie Maker zusammengestellt. Sicher gibt es bessere Programme, aber der Movie Maker ist nun mal kostenlos und einfach zu bedienen.

Meine Zeitrafferfilme wollen sich gar nicht mit den viel besseren Werken professioneller Fotografen messen. Sie sind eher eine Art gepimpte Reiseerinnerung, die eher nebenbei entstand, während wir uns mit „tieferer“ Astrofotografie und natürlich der visuellen Beobachtung beschäftigten.

Die Zeitrafferkamera bei der Arbeit. Im Hintergrund das die silberne Kuppel des 10,4m-GranTeCan- das derzeit größte optische Teleskop der Welt.
Die Zeitrafferkamera bei der Arbeit. Im Hintergrund das die silberne Kuppel des 10,4m-GranTeCan- das derzeit größte optische Teleskop der Welt.

Aufnahmeorte waren das Observatorium auf dem Roque de los Muchachos (La Palma), die ESO-Sternwarten La Silla und Paranal (Chile), Las Campanas (Chile) und der Nationalpark El Leoncito (Argentinien). Die Reisen machte ich meist im Team mit Georg Görgen, Amateurastronom und Astrofotograf der Monschauer Sternfreunde.

Unser besonderer Dank geht an die ESO, die Carnegie Institution for Science und das Instituto de Astrofísica de Canarias für die Unterstützung und die Möglichkeit, an diesen fantastischen Orten arbeiten zu können!

Letzte Vorbereitungen auf La Silla, Chile
Letzte Vorbereitungen auf La Silla, Chile

Unter den abgelichteten Teleskopen sind immerhin so illustre Exemplare wie das Very Large Telescope (das größte optische Interferometer der Welt), das GranTeCan (das größte optische Einzelteleskop der Welt) oder die MAGIC-Zwilligsteleskope (zwei der größten Luftschauer-Cherenkovteleskope der Welt). Spätestens, wenn E-ELT, GMT & Co. in Betrieb sind, stehen wir wieder auf der Matte…

Eignen sich wegen ihrer offenen 17m-Spiegel ganz besonders für Zeitrafferaufnahmen: die MAGIC-Zwillingsteleskope auf La Palma, hier MAGIC 2 (Bild: Georg Görgen)
Eignen sich wegen ihrer offenen 17m-Spiegel ganz besonders für Zeitrafferaufnahmen: die MAGIC-Zwillingsteleskope auf La Palma, hier MAGIC 2 (Bild: Georg Görgen)

Zum Einsatz kamen Kameras vom Typ Canon EOS 350D, 450D und 600D, als Objektive setzten wir ein 17-50mm Zoom und ein 8mm Fischauge ein. Mal nutzen wir den Vollmond als natürliche Lichtquelle (weil die 350D zusammen mit dem Fischauge alles andere als lichtstark ist), mal fotografierten wir bei Neumond. Beides hat seinen Reiz: Bei Vollmond sieht mal weniger Sterne, dafür erkennt man die Kuppeln und Teleskope besser, bei Neumond kommt die Milchstraße natürlich viel besser zum Vorschein.

Die Belichtungszeiten lagen bei Vollmond um die 5 Sekunden (bei ISO 800), bei Neumond zwischen 15 und 40 Sekunden, mit ISO-Werten zwischen 3200 und 6400 und verschiedenen Objektiven und Blendeneinstellungen. Bearbeitet wurden die Bilder vor Erstellen des Films nicht mehr.

Unbestritten einer des besten Orte auf der Welt zum Sterne gucken und fotografieren: die VLT-Plattform des Paranalobservatoriums in Chile (foto: Georg Görgen)
Unbestritten einer des besten Orte auf der Welt zum Sterne gucken und fotografieren: die VLT-Plattform des Paranalobservatoriums in Chile (foto: Georg Görgen)

Welcher der Orte ist nun der beste? Schwer zu sagen. Die Historie von La Silla, die Gemütlichkeit von Las Campanas, die Eleganz des Paranal, die abgeschiedene Ruhe von El Leoncito oder die atemberaubende Lage des Roque auf einem Vulkan 2500 Meter über dem Atlantik – jeder Ort hat etwas ganz besonderes. Das darf man ruhig als Reiseempfehlung verstehen.

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