Messier-Zeichnen extrem, oder: Ein Rennen gegen den Saharastaub

Beim Schreiben dieser Zeilen ächzen die kanarischen Inseln unter dem schlimmsten “Calima” der letzten 20 Jahre. In Anbetracht der vielfältigen Schäden auch auf La Palma, vor allem wegen des Sturms heute morgen, ist das abrupte Ende unserer Beobachtungstätigkeiten nicht der Rede wert. Und immerhin haben wir dem Wetter bis zur allerletzten Minute getrotzt und unser gestecktes Minimalziel erreicht. Aber der Reihe nach. Continue reading

Meine persönliche Monocerotiden-Enttäuschung

Der Kampf dauerte weniger als fünf Minuten. Wenn der Wecker um kurz vor drei Uhr Morgens klingelt, darf man auch vom enthusiastischsten Amateurastronomen keine Luftsprünge erwarten. Ich gebe gerne zu, dass ich mich mehr als einmal in ähnlichen Situationen für das warme Bett und gegen den bestirnten Himmel über mir entschieden habe. Dieses Mal aber siegte der Himmel. Schließlich war ein Meteor-Feuerwerk angekündigt, ein Sternschnuppen-Sturm, ein himmlisches Spektakel: der Ausbruch der Alpha-Monocerotiden. Continue reading

Möglicher Ausbruch der Alpha-Monocerotiden am 22. November

Am Freitagmorgen, den 22. November 2019, um =5:50 MEZ, könnte es einen kurzen, aber verhältnismäßig kräftigen Ausbruch des ansonsten nicht sehr auffälligen Meteorstroms der Alpha-Monocerotiden geben. Das haben die Meteorexperten Peter Jennsikens und Esko Lyytinen errechnet. Das letzte Mal gab es das im Jahr 1995. Damals dauerte das Ereignis nur eine halbe Stunde, die Spitzen-Zenitstundenrate von 400 wurde nur für fünf bis zehn Minuten erreicht. Continue reading

Die Perseiden 2019 – eher suboptimal

Der August ist bekanntlich der Sternschnuppenmonat – oder zumindest der Monat des jährlichen Sternschnuppenmedienhypes. Denn es stimmt zwar, dass im August einer der reichsten Sternschnuppenströme des Jahres sein Maximum erreicht (die Rede ist natürlich von den Perseiden), allerdings muss man sich schon zur rechten Zeit am rechten Ort aufhalten, um eine nennenswerte Zahl dieser Meteore zu Gesicht zu bekommen. In diesem Jahr wird es zudem zusätzlich schwer, die Perseiden zu sehen: Unser Mond hat etwas dagegen. Continue reading

Die Geminiden 2018: nur teilweise mondgeschädigt

Der Meteorstrom der Geminiden findet jedes Jahr Mitte Dezember statt. Dieses Mal fällt das Maximum auf den 14. 12. um 13:30 MEZ, für Mitteleuropa also also auf den hellen Tag. Die Aktivität verteilt sich aber über etwa 24 Stunden, sodass auch in den Nächten vor und nach dem Maximumszeitpunkt viele Sternschnuppen zu sehen sein werden. Die beste Zeit zur Beobachtung ist die Nacht vom 13. auf den 14. Dezember, speziell die zweite Nachthälfte. Continue reading

Das Gelbe-Sonne-Paradox

Wer hat als Kind nicht Bilder gemalt, auf denen die Sonne zu sehen war – als runder Ball mit lächelndem Gesicht, umgeben von einem Kranz aus Lichtstrahlen? Welche Farbe hatte die Sonne auf euren Bildern? Wenn die Antwort “gelb” ist, geht es euch wie mir – auch meine Sonnen waren stets gelb. Warum eigentlich? Ist die Sonne wirklich gelb? Continue reading

Endlich erwischt: Der “Grüne Blitz”

Normalerweise liegt meine Kamera immer in sicherer Entfernung, wenn ich den seltenen „Grünen Blitz“ zu sehen bekomme. Bis jetzt. Um dieses Phänomen ranken sich Mythen, und nur wenige Amateurastronomen sind in der Lage, ihn korrekt zu erklären. Bislang ging das auch mir so. Grund genug, sich einmal eingehend mit dem Grünen Blitz, auf Neudeutsch heute meist „Green Flash“ genannt, zu beschäftigen. Continue reading

Die Lyriden-Katastrophe, Version 2018

Der Sternschnuppenstrom der Lyriden wird seit ein paar Jahren jedes Frühjahr von den sogenannten “Mainstreammedien” augegriffen. “Gehypt”, könnte man auch sagen. Warum, ist mir ein Rätsel. Besonders spektakulär ist er nicht. Vermutlich gibt es im April sonst einfach nicht genug zu berichten. Auch in diesem Jahr ist das wieder so, deshalb hier ein paar Hinweise zur Beobachtung des Lyridenströmchens. Continue reading

Eingestaubt

Tja, das mit der Venus-Uranus-Konjunktion hat gestern nicht bei mir geklappt. Schuld war die Sahara. Bzw. der Staub, den sie wieder mal rüber zu den Kanaren geschickt hat. Wir haben den ersten ordentlichen Calima des Jahres auf La Palma. Da werden Erinnerungen wach an den letzten Sommer, als wir monatelang von einem Calima in den nächsten gerieten. Für Astronomen eher suboptimal. Continue reading

Kein Aprilscherz: Chinas Himmelstempel Tiangong-1 fällt vom Himmel

Zuerst die Entwarnung: Über dem deutschsprachigen Raum wird sie definitiv nicht abstürzen, die chinesische Raumstation Tiangong-1. Denn die orbitale Bahn des 10,4 mal 3,4 Meter großen und etwa 8,5 Tonnen schweren “Himmelstempels” (so die Übersetzung von Tiangong) führt bis maximal 43° Nord. Deutschland, Österreich und die Schweiz sind damit “safe”. Runterkommen wird er aber auf jeden Fall. Genau wo und wann, das wird man erst kurz vorher wissen. Continue reading

Meteoritenfall über der Eifel?

Am 14. November wurde über Mitteleuropa ein besonders heller Meteor beobachtet. Nun kommt eine neue Auswertung von mehreren Videoaufnahmen dieser Feuerkugel zu dem Schluss, dass es dabei zu einem Meteoritenfall gekommen sein könnte: Bis zu 10 Kilogramm Restmasse könnten demzufolge den Erdboden erreicht haben. Das Streufeld der Analyse ist ein 35 Kilometer und rund 500 Meter breiter Streifen westlich von Boppard am Rhein, in der Eifel. Continue reading