Ein neuer veränderlicher Nebel im Kepheus (Updates)

Deep-Sky-Objekte werden heutzutage nicht mal eben so entdeckt, die meisten kennt man seit langem. Manchmal aber gibt es Ausnahmen, McNeils Nebel im Orion ist ein relativ junges Beispiel. Damals fand ein Amateurastronom einen veränderlichen Reflexionsnebel in der Nähe einer Dunkelwolke. Ähnliches könnte jetzt wieder passiert sein, diesmal im Sternbild Kepheus. Und ich will jetzt nicht angeben, aber ich glaube, mir ist möglicherweise eines der ersten (absichtlichen) Amateurfotos dieses neuen Objekts gelungen: (Updates unten!) Continue reading

Beteigeuze wird wieder heller

Die Supernova ist (vorerst) abgesagt, Orion bleibt Orion, wir können uns alle wieder beruhigen. Andererseits liegt zwischen Supernovahysterie und heute ein guter Monat, also eine halbe Ewigkeit. Außerdem sind wir derzeit ja alle im Coronastress, weswegen das mit dem Beruhigen wohl nicht klappt und sich sowieso kaum noch jemand daran erinnert, dass zur Jahreswende ein Stern namens Beteigeuze sogar der “Bild”-“Zeitung” eine Schlagzeile wert war. Continue reading

Linktipp #41: Was ist dran am Hype um Beteigeuze?

Es wäre die Mutter aller Himmelsspektakel: Beteigeuze (oder Betelgeuse) im Sternbild Orion, normalerweise einer der markantesten Sterne des Himmels, würde zur Supernova. Hell wie der Vollmond, würde die Sternexplosion die Nacht merklich aufhellen, tagelang. Für Laien wäre es ein beeindruckendes Naturphänomen, für Astronomen ein Jahrhundertereignis: In gerade einmal 650 Lichtjahren Entfernung wäre die Explosion die nächstgelegene je beobachtete Supernova und die erste in unserer Milchstraße seit mehr als 400 Jahren. Continue reading

Beteigeuze in historischem Helligkeitsminimum

Beteigeuze (Betelgeuse, α Orionis) schwächelt. Normalerweise pendelt die visuelle scheinbare Helligkeit dieses veränderlichen Sterns zwischen 0 und 1 mag, seit Oktober hat sie aber kontinuierlich abgenommen und liegt inzwischen deutlich unter 1mag. Der rote Schulterstern des Orion leuchtet für aufmerksame Beobachter wahrnehmbar schwächer als sonst, wie mein Foto von gestern Abend zeigt. Continue reading

Linktipp #38: Wie leuchten eigentlich Gammablitze?

Gammastrahlenausbrüche sind die energiereichsten Explosionen des Weltalls: Binnen einer Sekunde setzen sie so viel Energie frei wie unsere Sonne während ihrer gesamten, rund zehn Milliarden Jahre währenden Existenz. Ein Teil der extremen Ereignisse geht auf kollidierende Neutronensterne zurück. Dauern die Explosionen länger als ein paar Sekunden, steckt vermutlich der Kollaps besonders großer Sterne dahinter. Continue reading

Linktipp #35: Streit um Galaxie ohne Dunkle Materie

Als wäre die Sache mit der Dunklen Materie nicht schon verwirrend genug! Ausgerechnet eine Galaxie, in der Astronomen paradoxerweise keine Hinweise auf den mysteriösen Stoff finden konnten, wurde Anfang 2018 als Kronzeuge für die Existenz der Dunklen Materie angeführt: Die rund 65 Millionen Lichtjahre entfernte Welteninsel namens DF2 besteht laut Pieter van Dokkum von der US-amerikanischen Yale-Universität und seinen Kollegen fast ausschließlich aus Sternen und Gas. Continue reading

Keine Simulation, ein “echtes” Bild: Das Schwarze Loch in Messier 87

Heute Nachmittag hatte das Warten ein Ende: Die internationale Kollaboration des Event Horizon Telescope (EHT) päsentierte in Brüssel das erste Bild eines Schwarzen Lochs! Vorausgegangen waren jahrelange Planung, Datennahme, Analyse und schließlich ein totales Informationsembargo: Erst um 15:07 Uhr MESZ wurde der Schleier gelüftet: Continue reading

Linktipp #31 & #32: Galaktisches Monster und mysteriöser Kokon

Mit einem Netzwerk von Radioteleskopen haben Astronomen einen detailreichen Blick auf die Umgebung des Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße geworfen. Und: Manche Sternexplosion wird von einem gewaltigen Gammastrahlenausbruch eingeläutet, manche nicht. Kann ein mysteriöser »Kokon« aus heißer Sternmaterie das Rätsel lösen? Continue reading

Blog-Flashback #15: Ein Weißer Zwerg im Teleskop

Einen Weißen Zwerg im eigenen Teleskop zu sehen ist schwer. Denn die Dinger sind eben klein – meist nicht größer als die Erde. Das gilt auch für das nächstgelegene Exemplar. Das ist gerade einmal 8,6 Lichtjahre entfernt, also gerade einmal doppelt so weit weg wie der nächste Stern überhaupt. Mit einer scheinbaren Helligkeit von 8,5mag wäre der Zwergstern ohne Probleme in kleinen Teleskopen zu sehen, stünde er nicht an einem sehr ungünstigen Ort: Es handelt sich um Sirius B, dem kleinen Begleiter von Sirius, dem hellsten Stern des Nachthimmels. Doch die Gelegenheit, Sirius B mit eigenen Augen zu erspähen, ist so gut wie lange nicht mehr. Continue reading

Warum gibt es keine grünen Sterne?

Wer schon einmal in einer Winternacht das Sternbild Orion betrachtet hat, hat es vielleicht bemerkt: Nicht alle Sterne leuchten weiß. Beteigeuze zum Beispiel, der linke obere “Schulterstern” strahlt eindeutig rötlich; Rigel, rechts unten, eher weiß-bläulich. Auch andere helle Sterne zeigen Farbe. Manche schimmern rötlich, andere orange, gelb oder leicht blau. Nur eine Farbe fehlt Grün. Continue reading

Linktipp #29: Sneak Preview auf ein Schwarzes Loch

Irgendwann nächstes Jahr, so zwitschern die Spatzen, soll es soweit sein mit dem ersten Portrait eines Schwarzen Lochs. Weltweit arbeiten Astronomen an diesem Projekt. Sie schließen Radioteleskope auf der ganzen Welt zusammen, um sichtbar zu machen, was man sich bislang vorstellen muss: Ein Bild des Ereignishorizonts eines Schwarzen Lochs. Continue reading