Zwergnova ganz groß

Die Zwergnova V392 Persei wird normalerweise nicht heller als maximal 13mag. Am 29. April 2018 wurde sie aber auf einmal mit 6,2mag erwischt. Wäre da nicht der helle Mond, hätte man sie theoretisch sogar mit bloßem Auge sehen können. Inzwischen ist das Objekt wieder schwächer geworden – zumindest im Optischen. Der Satellit Fermi sieht sie als starke Quelle von Gammastrahlung. Continue reading

Linktipp #24: Nachricht von den ersten Sternen

Wer im westaustralischen Outback auf die beiden Radioantennen von EDGES trifft, könnte sich zu einer Brotzeit eingeladen fühlen: Von Größe und Form geben die Empfänger gute Campingtische ab. Die Absicht von Judd Bowman (Arizona State University) und Alan Rogers (Massachusetts Institute of Technology) sowie einem Team von Radioastronomen hier fernab der Zivilisation zwei Antennen 150 Meter voneinander entfernt in den roten Sand zu setzen, war aber keine gastronomische: Continue reading

Linktipp #20: Freispruch für zwei Exoten

Seit zehn Jahren zerbrechen sich Astrophysiker den Kopf über ein rätselhaftes Phänomen in der kosmischen Teilchenstrahlung. Dabei ist diese Form der Strahlung im Grunde gut verstanden: Unablässig prasseln Teilchen aus dem Weltall auf die Erde, zumeist sind es Protonen, also Kerne von Wasserstoffatomen. Ab und zu sind auch andere Teilchen darunter, ganz selten ein Positron – das Antiteilchen eines Elektrons. Es entsteht zum Beispiel immer dann, wenn ein Proton mit einem Photon der kosmischen Hintergrundstrahlung zusammenprallt. Nur: Wann immer Forscher das tatsächliche Vorkommen dieser Positronen maßen, fanden sie deutlich mehr davon, als sie erwartet hatten. Continue reading

Call for observation: Triton bedeckt Stern am 5./6. Oktober

Neptuns Mond Triton ist mit einer scheinbaren Helligkeit von 13,5mag schon mit mittleren Teleskopen zu sehen. Er steht meistens um die 10 Bogensekunden neben seinem Planeten. In der Nacht vom 5. auf den 6. Oktober kommt es zu einem seltenen Himmelsereignis: Triton bedeckt den 12,7mag hellen Stern UCAC4 410-143659. Sichtbar ist die Okkultation von Europa und Nordamerika. Auch Amateurastronomen können wertvolle Daten sammeln. Continue reading

4 Fragen an Hugh Osborn zur Beobachtung des (möglichen) Ringplaneten bei PDS 110

Im vorigen Artikel habe auf die für September vorhergesagte Bedeckung des 10,4-mag-Sterns PDS 110 durch einen (möglicherweise) Riesensaturnplaneten beschrieben. Die Motivation dafür ist der Aufruf der Profiastronomen an Amateure, sich an den Beobachtungen zu beteiligen. Nach Fertigstellung des Texts erreichte mich die Antwort von Hugh Osborn von der Universität Warwick, dem Erstautor des entscheidenden wissenschaftlichen Aufsatzes zu PDS 110, auf eine Email von mir. Seine Antworten auf meine Fragen sind sicher interessant für alle, die sich an der Beobachtung beteiligen wollen. Deshalb gebe ich sie hier in der Übersetzung wieder. Continue reading

Eine außergewöhnliche Sternfinsternis im September

Vor einigen Jahren berichtete ich in den Himmelslichtern über den Stern Epsilon Aurigae, der alle 27 Jahre von einem mysteriösen Objekt bedeckt wird. Die resultierenden Verdunklungen sind für geübte Beobachter mit bloßem Auge sichtbar, und viele Beobachter verfolgten die letzte visuell oder fotografisch. Im September könnte sich, wenn die Berechnungen stimmen, etwas ähnliches wiederholen. Im Mittelpunkt steht diesmal der Stern HD290380 (oder PDS 110) im Sternbild Orion. Continue reading

Helle Supernova in NGC 6946

Das Feuerwerk hat wieder gezündet: Am 14. Mai entdeckte Patrick Wiggins in den USA einen etwa 12mag hellen Punkt in der Galaxie NGC 6946. Mittlerweile ist klar, dass es sich um eine Supernova des Typs IIP handelt, ihre offizielle Bezeichnung ist SN 2017eaw. Es ist bereits die zehnte Supernovaexplosion, die in den letzten 100 Jahren in der 20 Millionen Lichtjahre entfernten Spiralgalaxie gesichtet wurde. NGC 6946 trägt damit zurecht den Beinamen “Feuerwerksgalaxie”. Continue reading

Blog-Flashback #12: Supernova in M101 erreicht die 10. Größenklasse

Die am 24. August 2011 entdeckte Supernova in der Spiralgalaxie Messier 101 näherte sich Anfang September 2011 ihrer Maximalhelligkeit. Ihre Helligkeit betrug ca. 10,7mag.  Sie war eine Typ Ia-Supernova, mit einer Entfernung von etwa 21 Millionen Lichtjahre stand sie relativ nah. Ihre maximale Helligkeit erreichte etwa 10,0mag [Was bedeutet das? Siehe dazu die Anmerkung am Ende des Textes!].

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Heute vor 30 Jahren: Supernova 1987A

Heute am frühen Morgen vor genau 30 Jahren wurde die Supernova 1987A in der Großen Magellanschen Wolke gesichtet. Es war die erste mit bloßem Auge sichtbare Supernova seit Erfindung des Teleskops, die erste seit “Keplers Supernova” aus dem Jahr 1604. Für mich persönlich war sie ein Anlass, mich mit der Astronomie zu beschäftigen, obwohl ich damals noch zu jung war, die physikalischen Zusammenhänge zu verstehen – und obwohl ich sie nie selbst gesehen habe, denn sichtbar war sie nur von der Südhalbkugel der Erde. Continue reading