Call for observation: Triton bedeckt Stern am 5./6. Oktober

Neptuns Mond Triton ist mit einer scheinbaren Helligkeit von 13,5mag schon mit mittleren Teleskopen zu sehen. Er steht meistens um die 10 Bogensekunden neben seinem Planeten. In der Nacht vom 5. auf den 6. Oktober kommt es zu einem seltenen Himmelsereignis: Triton bedeckt den 12,7mag hellen Stern UCAC4 410-143659. Sichtbar ist die Okkultation von Europa und Nordamerika. Auch Amateurastronomen können wertvolle Daten sammeln. Continue reading

4 Fragen an Hugh Osborn zur Beobachtung des (möglichen) Ringplaneten bei PDS 110

Im vorigen Artikel habe auf die für September vorhergesagte Bedeckung des 10,4-mag-Sterns PDS 110 durch einen (möglicherweise) Riesensaturnplaneten beschrieben. Die Motivation dafür ist der Aufruf der Profiastronomen an Amateure, sich an den Beobachtungen zu beteiligen. Nach Fertigstellung des Texts erreichte mich die Antwort von Hugh Osborn von der Universität Warwick, dem Erstautor des entscheidenden wissenschaftlichen Aufsatzes zu PDS 110, auf eine Email von mir. Seine Antworten auf meine Fragen sind sicher interessant für alle, die sich an der Beobachtung beteiligen wollen. Deshalb gebe ich sie hier in der Übersetzung wieder. Continue reading

Eine außergewöhnliche Sternfinsternis im September

Vor einigen Jahren berichtete ich in den Himmelslichtern über den Stern Epsilon Aurigae, der alle 27 Jahre von einem mysteriösen Objekt bedeckt wird. Die resultierenden Verdunklungen sind für geübte Beobachter mit bloßem Auge sichtbar, und viele Beobachter verfolgten die letzte visuell oder fotografisch. Im September könnte sich, wenn die Berechnungen stimmen, etwas ähnliches wiederholen. Im Mittelpunkt steht diesmal der Stern HD290380 (oder PDS 110) im Sternbild Orion. Continue reading

Helle Supernova in NGC 6946

Das Feuerwerk hat wieder gezündet: Am 14. Mai entdeckte Patrick Wiggins in den USA einen etwa 12mag hellen Punkt in der Galaxie NGC 6946. Mittlerweile ist klar, dass es sich um eine Supernova des Typs IIP handelt, ihre offizielle Bezeichnung ist SN 2017eaw. Es ist bereits die zehnte Supernovaexplosion, die in den letzten 100 Jahren in der 20 Millionen Lichtjahre entfernten Spiralgalaxie gesichtet wurde. NGC 6946 trägt damit zurecht den Beinamen „Feuerwerksgalaxie“. Continue reading

Blog-Flashback #12: Supernova in M101 erreicht die 10. Größenklasse

Die am 24. August 2011 entdeckte Supernova in der Spiralgalaxie Messier 101 näherte sich Anfang September 2011 ihrer Maximalhelligkeit. Ihre Helligkeit betrug ca. 10,7mag.  Sie war eine Typ Ia-Supernova, mit einer Entfernung von etwa 21 Millionen Lichtjahre stand sie relativ nah. Ihre maximale Helligkeit erreichte etwa 10,0mag [Was bedeutet das? Siehe dazu die Anmerkung am Ende des Textes!].

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Heute vor 30 Jahren: Supernova 1987A

Heute am frühen Morgen vor genau 30 Jahren wurde die Supernova 1987A in der Großen Magellanschen Wolke gesichtet. Es war die erste mit bloßem Auge sichtbare Supernova seit Erfindung des Teleskops, die erste seit „Keplers Supernova“ aus dem Jahr 1604. Für mich persönlich war sie ein Anlass, mich mit der Astronomie zu beschäftigen, obwohl ich damals noch zu jung war, die physikalischen Zusammenhänge zu verstehen – und obwohl ich sie nie selbst gesehen habe, denn sichtbar war sie nur von der Südhalbkugel der Erde. Continue reading

Ein „neuer“ Stern im Schwan 2022?

Stimmt die Voraussage von Larry Molnar vom Calvin College in den USA, dann könnte das Sternbild Schwan im Jahr 2022 (plus/minus ein Jahr) für einige Monate etwas anders aussehen als gewohnt. Seit mehr als zwei Jahren beobachten Molnar und seine Kollegen einen unscheinbaren Stern namens KIC 9832227. Momentan ist der mit einer scheinbaren Helligkeit von 12 mag nur mit Teleskopen zu sehen. In einigen Jahren aber könnte er zur „Roten Nova“ und dann 10000 Mal heller werden – hell genug, um ihn mit bloßem Auge auffällig zu sehen. Continue reading

Blog-Flashback #9: Wechselwirkende Galaxien

Das Galaxienpaar NGC 4490/4485 ist ein interessantes, weil wechselwirkendes Galaxienpaar im Sternbild Jagdhunde (Canes Venatici). Beide Galaxien sind etwa 40 Millionen Lichtjahre entfernt. Sie sind stark verformt, weil sie sich gegenseitig durch ihre Schwerkraft beeinflussen. Besonders in 4490 (der größeren) fallen Helligkeitsknoten auf, die auf Fotografien eine deutlich rote Färbung zeigen. Dabei handelt es sich um Sternentstehungsgebiete, also Wolken aus Wasserstoff, in denen neue Sterne und Planetensysteme gebildet werden. Continue reading

Update: Mikro-Gravitationslinse Gaia16aye soll Sonntag abend aufleuchten

Ein neues Modell sagt das vierte und letzte Aufleuchten der Mikro-Gravitationslinse Gaia16aye für Sonntag, den 20. November kurz vor 22 Uhr MEZ (20,8 UT) voraus. Die Ereignis wird voraussichtlich so hell, dass es auch mit einem Amateurteleskop sichtbar ist. Auch wenn es nicht so spektakulär ist wie ein „Supermond“ (Scherz) – ein solches Ereignis kommt nicht so schnell wieder. Continue reading

Gravitationslinse im Amateurteleskop

Drüben in den Scilogs berichtet Ute Gerhardt über zwei interessante Beobachtungsaufrufe, gerichtet sowohl an Profiastronomen als auch an Amateure. Der erste der beiden ist ziemlich eilig: Schon in der nächsten oder übernächsten Woche wird ein abermaliges Aufleuchten des Objekts Gaia16aye erwartet. Dabei handelt es sich um eine Gravitationslinse – eine, die auch mit einem mittelgroßen Amateurfernrohr sichtbar ist. Continue reading