Blog-Flashback #13: Effizientere Straßenbeleuchtung? Höherer Energieverbrauch, hellere Nächte!

Immer mehr Städte und Kommunen setzen inzwischen LED-Lampen zur Beleuchtung ein. LEDs sollen preiswerter und effizienter sein als klassische Gasdampflampen. Das mag stimmen, sie sind aber auch: heller. Der Austausch alleine führt nicht zwangsläufig zu einem geringerem Energieverbrauch – im Gegenteil. Das jedenfalls meinen Christopher Kyba und Franz Hölker vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) und der Freien Universität Berlin sowie Andreas Hänel vom Museum am Schölerberg in Osnabrück in einem Aufsatz (pdf) in der Zeitschrift Energy & Environmental Science. Energie sparen werden neue Lampen nur, wenn auch die Lichtverschmutzung reduziert wird. Continue reading

Blog-Flashback #12: Supernova in M101 erreicht die 10. Größenklasse

Die am 24. August 2011 entdeckte Supernova in der Spiralgalaxie Messier 101 näherte sich Anfang September 2011 ihrer Maximalhelligkeit. Ihre Helligkeit betrug ca. 10,7mag.  Sie war eine Typ Ia-Supernova, mit einer Entfernung von etwa 21 Millionen Lichtjahre stand sie relativ nah. Ihre maximale Helligkeit erreichte etwa 10,0mag [Was bedeutet das? Siehe dazu die Anmerkung am Ende des Textes!].

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Blog-Flashback #11: Die größten Observatorien der Welt im Zeitraffer

Seit Jahren sammelten sich auf diversen Astroreisen aufgenommene Zeitrafferclips auf meiner Festplatte und gammelten vor sich hin. Das muss nicht sein, dachte ich, und nahm mir einen Nachmittag zwei Tage eine Woche viel Zeit, um aus all dem verstreuten Bildmaterial einen kurzen Film zusammenzuschneiden, der mir der Veröffentlichung würdig erscheint. Voilà, hier ist er nun: StarryNights – meine Astrozeitraffer von 2011 bis 2014, eingekocht auf 6 Minuten 11 Sekunden!  Continue reading

Harvards vergessene Sternwarte (Teil 4)

Drei Jahre nach ihrer Gründung stand die Station Boyden, Harvards Sternwarte auf der südlichen Halbkugel, dank des Wirkens ihres leitenden Astronomen William Pickering von dem Ruin. Williams Bruder Edward, Direktor des Harvard College Observatory, beorderte den Gründer der Station, Solon Bailey, zurück nach Peru: Er sollte William ablösen und dafür sorgen, dass die zuhauf investierten Dollars nun endlich wissenschaftliche Ergebnisse produzierten. Continue reading

Harvards vergessene Sternwarte (Teil 2)

Wir schreiben das Jahr 1889: Zehn Jahre nach Boydens Tod, und dem gescheiterten Mount Wilson-Projekt, sollte Pickerings Vision von einer field station endlich Realität werden. Im Auftrag des Direktors des Harvard College Observatory brach eine kleine Expedition um Solon Bailey (inzwischen festangestellter Astronom) von Massachusetts auf Richtung Peru. Die Aufgabe: Die Suche nach einem geeigneten Standort für eine dauerhafte astronomische Beobachtungsstation südlich des Äquators. Begleitet wurde Bailey von seiner Frau Ruth, seinem Sohn Irving und seinem Bruder Marshall. Und natürlich von umfangreichem Instrumentarium. Continue reading

Blog-Flashback #10: Harvards vergessene Sternwarte

Astronomie ist eine extreme Wissenschaft. Nicht nur, weil ihre Forschungsobjekte die ungewöhnlichsten Objekte sind, die wir uns vorstellen können – auch die Arbeitsplätze der Astronomen befinden sich an den unwirtlichsten Plätzen der Erde. Zumindest stehen dort ihre Teleskope – die Menschen können heute dank moderner Informationstechnologie vom heimischen Computer aus arbeiten. Continue reading

Blog-Flashback #9: Wechselwirkende Galaxien

Das Galaxienpaar NGC 4490/4485 ist ein interessantes, weil wechselwirkendes Galaxienpaar im Sternbild Jagdhunde (Canes Venatici). Beide Galaxien sind etwa 40 Millionen Lichtjahre entfernt. Sie sind stark verformt, weil sie sich gegenseitig durch ihre Schwerkraft beeinflussen. Besonders in 4490 (der größeren) fallen Helligkeitsknoten auf, die auf Fotografien eine deutlich rote Färbung zeigen. Dabei handelt es sich um Sternentstehungsgebiete, also Wolken aus Wasserstoff, in denen neue Sterne und Planetensysteme gebildet werden. Continue reading

Blog-Flashback #8: Galilei und der Planet Neptun – Teil 4

Galileo Galilei hat im Winter 1612/13 den Planeten Neptun beobachtet und seine Position zeichnerisch festgehalten, zweimal am 28. Dezember 1612 und einmal am 28. Januar 1613. Bei dieser letzten Beobachtung bemerkte er zudem eine Eigenbewegung, verfolgte diese Spur jedoch seltsamerweise nicht weiter. Dass er während der Zeit der engsten Begegnung zwischen Jupiter und Neptun letzteren kein einziges Mal in seinem Beobachtungsbuch vermerkte, lässt sich wohl nur dadurch erklären, dass der ferne Planet immer dann, wenn Galilei sein Fernrohr auf die Himmelskörper richtete, ungünstig nahe bei Jupiter oder einer seiner Monde stand. Continue reading