Am Anfang aller Anfänge

Wer in ein naturhistorisches Museum geht, erwartet typischerweise, etwas über die Geschichte der belebten und unbelebten Natur unseres Planeten zu erfahren. Insofern fällt die Ausstellung, die am Dienstagabend im NHM Wien eröffnet wurde, aus dem Rahmen. „Wie alles begann“ geht weiter zurück – bis an den Anfang von Raum und Zeit. Dorthin, wo „Galaxien, Quarks und Kollisionen“ die Welt des unvorstellbar Großen mit der Welt des unvorstellbar Kleinen zu einem nicht unbedingt vorstellbareren Ganzen vereinen. Kleines Bonbon: Wer als Himmelslichter-Leser die Ausstellung betritt, wird von einem vielleicht bekannten Exponat überrascht. Continue reading

Die Münchner Universitätssternwarte wurde 200 (und kaum einer hat es gemerkt)

Mehr durch Zufall erfuhr ich kürzlich, dass die Münchner Sternwarte in Bogenhausen – seit 1937 der Ludwig-Maximilians-Universität zugehörig – in diesem Jahr einen runden Geburtstag gefeiert hat. Im Jahr 1816 war ihr einstiges repräsentatives Gebäude am noch heute aktuellen Standort an der Scheinerstraße errichtet worden, nachdem es bereits einige Jahre lang eine Interimssternwarte im Stadtteil Haidhausen gegeben hatte. Da wollte ich natürlich wissen, wass es dort heute noch zu sehen gibt. Ein Besuch in Bildern. Continue reading

Auf Tuchfühlung mit ALMA, 3. Teil: Das Weltall im Submillimeterteleskop

Mit seiner Long-Baseline-Konfiguration erreicht ALMA ein Winkelauflösungsvermögen, dass es mit den weltbesten Teleskopen aufnehmen kann. In der im Herbst 2014 getesteten Variante lag das Auflösungsvermögen bei etwa 35 Millibogensekunden. Zum Vergleich: ein 8,2m-VLT-Teleskop erreicht (ohne Interferometrie aber mit adaptiver Optik) etwa 50, das Hubbleteleskop (mit kleinem Spiegel und ohne adaptive Optik, aber eben auch ohne störende Erdatmosphäre) 40 Millibogensekunden. Was das konkret bedeutet, darum soll es in diesem dritten und letzten Teil der ALMA-Blogserie gehen. (Hier geht es zurück zu Teil 1 und Teil 2.) Continue reading

Auf Tuchfühlung mit ALMA, 2. Teil: 66 Augen sehen mehr als zwei

Bei unserem Besuch im Juni 2014 parkten die meisten der ALMA-Antennen noch in der Nähe des Versorgungsgebäudes, 5000 Meter hoch in der Atacamawüste. Die Versammlung von so viel Hochtechnologie erlaubte zwar eindrucksvolle Bilder und Videos, war aber nur temporär: Für die ALMA Long Baseline Campaign wurden einige der Antennen nur wenig später über fast die gesamte Hochebene verteilt – bis zu 15 Kilometer weit standen sie ab September voneinander getrennt. Später soll es noch ein Kilometer mehr sein. Auf diese Weise erreicht ALMA eine Bildschärfe, die dem des Weltraumteleskops Hubble um nichts nachsteht. Continue reading

Auf Tuchfühlung mit ALMA, 1. Teil: Ist das noch Planet Erde?

Was für eine Schnapsidee, an diesem Ort ein Observatorium zu bauen! Ich musste das zwangsläufig denken. Beim Aussteigen aus dem Bus hatte ich beinahe das Gleichgewicht verloren – mich traf mit voller Wucht, was sich während des langen, langsamen Aufstiegs über die staubige Schotterpiste nur angedeutet hatte: Wir waren auf 5000 Metern. Jeder Atemzug enthält nur noch halb so viel Sauerstoff wie auf Meeresniveau. Das bekam mir nicht: Gleichgewichtsprobleme, stechender Kopfschmerz, Übelkeit, das volle Programm. Continue reading