Die Geminiden 2018: nur teilweise mondgeschädigt

Der Meteorstrom der Geminiden findet jedes Jahr Mitte Dezember statt. Dieses Mal fällt das Maximum auf den 14. 12. um 13:30 MEZ, für Mitteleuropa also also auf den hellen Tag. Die Aktivität verteilt sich aber über etwa 24 Stunden, sodass auch in den Nächten vor und nach dem Maximumszeitpunkt viele Sternschnuppen zu sehen sein werden. Die beste Zeit zur Beobachtung ist die Nacht vom 13. auf den 14. Dezember, speziell die zweite Nachthälfte.

Keine Geminiden, sondern zwei Perseiden, aufgenommen im August 2018. Die Geminiden sind zwar weniger bekannt aber ebenso beobachtenswert wie die Perseiden.
Keine Geminiden, sondern zwei Perseiden, aufgenommen im August 2018. Die Geminiden sind zwar weniger bekannt aber ebenso beobachtenswert wie die Perseiden.

In der ersten Nachthälfte stört der zunehmende Mond mit seinem Licht. Zwar lassen sich auch unter einem aufgehellten Himmel Meteore beobachten. Speziell die zahlreichen schwachen Exemplare werden aber vom Mondlicht geschluckt. Wer aus Zeitgründen in den Abendstunden beobachten will oder muss, sollte es vermeiden, in den hellen Mond zu blicken. Nur dann können sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnen, und nur dann sieht man auch schwächere Meteore. (Auch den minütlichen Blick aufs Telefon sollte man sich aus diesem Grund bei der Beobachtung sparen, auch wenn’s schwer fällt.)

Der Mond geht am 13. Dezember um 22:15 Uhr unter, dann erst wird der Himmel wirklich dunkel – zumindest, wenn man sich fernab von Lichtverschmutzung aufhält. Jetzt kann die Geminidenbeobachtung beginnen!

Die Geminiden stammen von einem erdbahnkreuzenden Asteroiden namens (3200) Phaeton, was ungewöhnlich ist, da Sternschnuppenströme sonst meist von Kometen ausgelöst werden. Wichtiger für die Beobachtung ist aber zu wissen, wo sich der Radiant des Stroms befindet. Aus diesem imaginären Punkt am Himmel scheinen die Sternschnuppen zu kommen.

Im Falle der Geminiden liegt der Radiant im Sternbild Zwillinge (lateinisch: Gemini, daher der Name des Meteorstroms). Am besten sucht man sich zuerst das sogenannte Wintersechseck zusammen, das aus den hellsten Sternen des Winterhimmels besteht. Kurz nach Monduntergang, gegen 22:30 MEZ, findet man es in Richtung Südosten:

Blick Richtung Südosten am 13. Sezember 2018 gegen 22:30 Uhr. Das Wintersechseck enthölt auch das Stzernbild Zwillinge und den Geminiden-Radianten. Erstellt mit Stellarium.
Blick Richtung Südosten am 13. Sezember 2018 gegen 22:30 Uhr. Das Wintersechseck enthölt auch das Sternbild Zwillinge und den Geminiden-Radianten. Erstellt mit Stellarium.

Die Sternschnuppen erscheinen nicht nur in der Nähe des Radianten, sondern überall am Himmel. Verfolgt man ihre Spuren am Himmel zurück, laufen sie jedoch alle am Radianten zusammen. Ist das nicht der Fall, gehört die Sternschnuppe nicht zu den Geminiden!

Besonders vor Mitternacht, wenn der Radiant tief steht, sieht man of langgezogene und langsame Meteore, bei hochstehendem Radianten sind die Spuren kürzer und die Meteore bewegen sich – scheinbar – schneller. Das ist ein Effekt unseres Blickwinkels. Die Meteore bewegen sich immer gleich schnell. Steht der Radiant jedoch tief, streifen sie die Atmosphäre eher, als direkt in sie einzudringen.

Die maximale Rate der sichtbaren Meteore, die sogenannte Zenitstundenrate, liegt bei etwa 120. Das heißt, man kann unter idealen Bedingungen (Radiant im Zenit, sehr dunkler Himmel) etwa 120 Geminiden pro Stunde sehen. In der Realität ist die tatsächlich sichtbare Rate immer etwas niedriger. Aber selbst, wenn sie nur halb so groß ist wie die Zenitstundenrate, also etwa 60 beträgt, bedeutet das immer noch im Schnitt eine Geminide pro Minute.

Dabei sind nicht selten richtig helle dabei, und oftmals kommen die Meteore in Gruppen, also mehrere pro Minute. Die Internationale Meteor-Organisation IMO hat wie immer ausführliche Informationen in ihrem Meteorstromkalender (auch auf Deutsch) zusammengetragen!

Viel Erfolg bei der Geminidenbeobachtung!

 

 

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