Die Perseiden 2019 – eher suboptimal

Der August ist bekanntlich der Sternschnuppenmonat – oder zumindest der Monat des jährlichen Sternschnuppenmedienhypes. Denn es stimmt zwar, dass im August einer der reichsten Sternschnuppenströme des Jahres sein Maximum erreicht (die Rede ist natürlich von den Perseiden), allerdings muss man sich schon zur rechten Zeit am rechten Ort aufhalten, um eine nennenswerte Zahl dieser Meteore zu Gesicht zu bekommen. In diesem Jahr wird es zudem zusätzlich schwer, die Perseiden zu sehen: Unser Mond hat etwas dagegen.

Zwei Perseiden, aufgenommen im August 2018. Der Radiant (Perseus) steht am rechten unteren Bildrand.

Die Perseiden sind schon seit Ende Juli aktiv. Am Wochenende konnte ich während einer Beobachtungsnacht eine Handvoll von ihnen sehen, einige sogar schön hell mit kurzem Nachleuchten. Die Perseiden scheinen aus einem Punkt im Sternbild Perseus zu kommen (daher ihr Name), erscheinen aber überall am Himmel. Es lohnt sich also nicht, nur den “Radiantenpunkt” im Perseus im Blick zu haben!

Die Position des Radianten (also des Sternbilds Perseus) ist aber dennoch wichtig: Nur, wenn er hoch am Himmel steht, zeigen sich die Perseiden in nennenswerter Stückzahl – sonst steht ihnen die Erde im Weg. Im August erscheint der Radiant gegen Mitternacht am Nordosthorizont und erreicht bei Beginn der Morgendämmerung seine höchsten Höhen. Die Perseiden beobachtet man also nach Mitternacht, und am besten früh am Morgen! 

Lage des Perseidenradiants im Sternbild Perseus am frühen Morgen Mitte August. Erstellt mit Stellarium.

Das gilt auch für das Jahr 2019, für das das Maximum der Aktivität in den Morgenstunden (ca. 07:00 MESZ) des 13. August erwartet wird. Für uns liegt das also unbeobachtbar am Tag, aber das Maximum zieht sich über etliche Stunden. Daher ist die Nacht vom 12. auf den 13. August, und insbesondere der Morgen des 13. 08.  kurz vor Dämmerungsbeginn, ideal für die diesjährige Perseidenbeobachtung! Zumal es möglicherweise ein zusätzliches Maximum gegen 04:00 MESZ geben könnte.

“Künstliche Lichtverschmutzung” dank Mond

Nun kommt das dicke Aber: Am 13. August geht der Mond erst gegen 03:30 MESZ unter – und damit praktisch mit Beginn der Morgendämmerung. Das helle Mondlicht wird insbesondere die zahlreichen schwächeren Meteore der Perseiden überstrahlen und unsichtbar machen. Da kann man sich auch fernab der Lichtverschmutzung postieren (was ansonsten ebenfalls unbedingt zu empfehlen ist) – der “natürlichen Lichtverschmutzung” durch den Mond kann man nicht entkommen! (Unter diesen Umständen könnte es sein, dass man am Morgen vorher (also am 12. 08.) vielleicht sogar ebenso viele Perseiden sehen kann – dann nämlich geht der Mond schon etwas früher unter.)

Von den unter idealen Bedingungen maximal 110 Sternschnuppen pro Stunde während des Maximums wird man also nur einen kleinen Bruchteil sehen können. Ich schätze mal, dass man bei klarem Himmel am Morgen des 13. 08. so etwa 10-20 Perseidenmeteore pro Stunde sehen werden kann, plus vielleicht noch ein paar weitere, die nicht zu den Perseiden zählen. Bestimmt interessant, aber sicher kein “Feuerwerk” und keine “große Show”.

Übrigens mag der August für die Medien der “Sternschnuppenmonat” sein, Meteore und Meteorströme kann man aber das ganze Jahr über sehen. Einen guten Überblick gibt der Meteorstromkalender der Internationalen Meteororganisation (IMO). Die Geminiden zum Beispiel sind derzeit reicher als die Perseiden. Leider liegt ihr Maximum im kalten und wetterschlechten Dezember und in diesem Jahre nur zwei Tage nach Vollmond…

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