Ein bisschen Mondfinsternis

Am 16. September 2016 findet eine Mondfinsternis statt. Leider nur eine Halbschattenfinsternis – mit rotem “Blutmond” und dergleichen wird es diesmal nichts. Man muss schon genauer hinsehen, um den grauen Schleier des Halbschattens unserer Erde wahrzunehmen. Einige Zeit wird der Mond etwas blasser erscheinen. Immerhin lässt sich das Ereignis am Freitagabend zur besten Sendezeit verfolgen.

Verlauf der Halbschattenfinsternis am 16. September 2016. Die Zeiten gelten für 10° östl. Länge und 50° nördl. Breite. (Grafik mit freundl. Genehmigung von calsky.com)
Verlauf der Halbschattenfinsternis am 16. September 2016. Die Zeiten gelten für 10° östl. Länge und 50° nördl. Breite. (Grafik mit freundlicher Genehmigung von calsky.com)

Der Eintritt in den Halbschatten erfolgt bereits gegen 18:53 MESZ. Da der Mond je nach Standort erst gegen 19:30 MESZ aufgeht, bekommen wir davon nichts mit. Aber selbst, wenn der Mond hoch am Himmel stünde, würde der Halbschatteneintritt vollkommen unmerklich vonstatten gehen. Erst im Laufe des Abends wird sich an der nördlichen (oberen) Mondseite ein fahler Schatten abzeichnen. Der Vollmond wirkt weniger brillant als üblich.

Simulation des Mondanblicks während (links) und nach der Halbschattenfinsternis am 16. September 2016. (erstellt mit Stellarium)
Simulation des Mondanblicks während (links) und nach der Halbschattenfinsternis am 16. September 2016. (erstellt mit Stellarium)

Nach seinem Aufgang steht der Mond noch tief am Osthimmel. Sein Licht muss einen langen Weg durch die Erdatmosphäre hinter sich bringen, was es zusätzlich abschwächt und den Effekt des Halbschattens noch schwieriger sichtbar macht. Das Maximum der nicht so finsteren Finsternis wird gegen 20:54 MESZ erreicht. Der Austritt aus dem Halbschatten gegen 22:56 MESZ erfolgt wiederum unbemerkt.

Der Halbschatten ist der Bereich um den Kernschatten der Erde, in den noch direktes Sonnenlicht fällt. Die Sonne ist von Mond und Erde aus gesehen bekanntlich kein Punkt, sondern eine Scheibe von etwa einem halben Grad Durchmesser. Vom Mond aus gesehen bedeckt am Freitagabend die Erde einen Teil der Sonne – vergleichbar einer partiellen Sonnenfinsternis auf der Erde.

Halbschatten und Kernschatten bei einer Mondfinsternis. (Bildquelle: Wikipedia)
Halbschatten und Kernschatten bei einer Mondfinsternis. (Bildquelle: Wikipedia)

Weil der Halbschatten größer ist als der Erdschatten, sind Halbschattenfinsternisse der häufigste Mondfinsternistyp. In der letzten Himmelsvorschau nannte ich sie deshalb auch die “Kraut-und-Rübenvariante” einer Mondfinsternis. Trotzdem kein Grund, nicht hinzuschauen: Immerhin handelt es sich am Freitag um eine der tiefsten Halbschattenfinsternisse, die möglich ist. Der Mond dringt fast komplett in den Halbschatten ein.

Am einfachsten lässt sich eine Halbschattenfinsternis übrigens fotografisch nachweisen: Einfach zwei Bilder der Mondscheibe machen, eines gegen 21 Uhr, eines um 23 Uhr, vergleichen, freuen, und statt Selfie oder Katzenbild auf Facebook tun. Clear Skies!

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