Fünf Fakten zur kommenden Mondfinsternis

Am kommenden Montag, den 21. Januar 2019, ist über Mitteleuropa wieder eine totale Mondfinsternis zu sehen. Die folgenden fünf Hinweise helfen, dieses Himmelsereignis zu genießen!

1. Früh aufstehen!

Die Finsternis findet am frühen Morgen des 21. 01., also am Montagmorgen statt. Wer bis zum Montagabend wartet, wird sie verpassen! Die partielle Phase beginnt um 04:34 Uhr MEZ mit dem Eintritt des Mondes in den Kernschatten der Erde. Zwischen 05:41 und 06:43 MEZ steht der Mond komplett im Kernschatten und ist damit “total” verfinstert. Die zweite partielle Phase endet um 07:51 Uhr in der Morgendämmerung.

Der zeitliche Verlauf der totalen Mondfinsternis am 21. 01. Quelle: Vereinigung der Sternfreuunde e.V.

Bei Mitte der Totalität (gegen 06:12 Uhr) steht der Mond schon recht tief über dem Westhorizont; in der Mitte Deutschlands etwa 18 Grad, im Westen des Landes etwas höher, im Osten niedriger. Bei Ende der Totalität sind es nur noch 13, bei Ende der zweiten partiellen Phase sogar nur noch drei Grad. Ein freier Blick nach Westen ist also wichtig! Der niedrige Mondstand bietet sich für schöne Mond- und-Landschaftsfotos an.

Die Horizonthöhe des Mondes. Quelle: Vereinigung der Sternfreuunde e.V.

2. Nicht völlig finster

Während der Totalität wird die Sonne aus Sicht des Mondes komplett von der Erde verdeckt. Es erreicht also kein direktes Sonnenlicht die Mondoberfläche. Dennoch wird der Mond auch während einer totalen Mondfinsternis beleuchtet, und zwar durch das Sonnenlicht, das durch die Erdatmosphäre um die Erde herum auf den Mond gelenkt wird. Stünde man auf dem Mond, sähe man die Erde als eine dunkle Scheibe mit einem rot glühenden Rand – das Sonnenlicht wird wie bei einem Sonnenuntergang durch die Atmosphäre der Erde ins Rote verfärbt.

Deshalb erscheint der Mond während der Totalität in einem rötlichen Licht. Je nach Sauberkeit der Erdatmosphäre kann das ein helles, kupfernes Rot oder auch ein kaum erkennbares Rostbraun oder Grau sein.

Die totale Mondfinsternis vom 26. Juli 2018 über La Palma.
Die totale Mondfinsternis vom 26. Juli 2018 über La Palma, ebenfalls bei tiefem Mondstand.

3. Mond in Erdnähe

Die Bahn des Mondes um die Erde ist eine Ellipse, hat also einen erdnahen und einen erdfernen Punkt. Der Unterschied macht immerhin rund 50000 Kilometer aus. Am 21. Januar steht der Mond in Erdnähe, was ungefähr so außergewöhnlich ist, wie dass Ostern auf einen Sonntag fällt. Es passiert einmal jeden Monat, nur nicht immer zu Vollmond. Dennoch wird seit einiger Zeit jedes Mal, wenn die Erdnähe mit dem Vollmond zusammenfällt, von der Sensationspresse (zu der inzwischen auch die selbsternannte “Qualitätspresse” zählt), sensationalistisch von einem “Supermond” gefaselt. “Supermond” ist weder ein astronomischer, noch ein zutreffender Begriff: Zwar erscheint der Mond bei Erdnähe etwas größer, doch dieser Effekt ist so minimal, dass man ihn mit bloßem Auge kaum erkennt.

4. Letzte Chance für lange Zeit!

Mondfinsternisse, auch totale, sind nicht selten; sie treten mehrmals pro Jahr auf und sind dann von einem großen Teil der Erde aus sichtbar. Insofern ist es ungewöhnlich, dass wir nach der kommenden Finsternis bis zum 31. Dezember 2028 warten müssen, ehe wir wieder eine totale Mondfinsternis in voller Länge, bei dunklem Himmel und einigermaßen hoch stehendem Mond von Deutschland aus sichtbar bewundern können. Wer sich also am Montag früh nicht aus dem Bett quälen will oder schlechtes Wetter hat, wird lange auf die nächste Gelegenheit warten müssen!

5. Wer “Blutmond” sagt, ist doof

Der Begriff “Blutmond” geistert seit einigen Jahren durch die sozialen Medien und die bereits erwähnte Qualitätspresse. Er stammt aus amerikanischen Esoterikkreisen und diente wohl zur dramatischen Beschreibung eines (erstaunlicherweise ausgebliebenen) Weltuntergangs. “Blutmond” ist wie “Supermond” kein astronomischer Begriff und wie dieser auch kein passender: Wie unter 3 geschrieben, kann die Farbe des Mondes während der Mondfinsternis auch eher dunkelrot oder grau erscheinen. Wer “Blutmond” sagt muss außerdem wissen, dass der Begriff bei den coolen Kindern längst wieder aus der Mode ist.

Meinen Lesern wünsche ich also keinen “Blut-Supermond” oder “Superblutmond”, sondern einfach einen klaren Himmel am Montag zur totalen Mondfinsternis!

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