Heute vor 10 Jahren: Ein Meteorit trifft Peru

Am 15. September 2007 traf ein Meteorit das kleine Andendörfchen Carancas in Peru, gleich neben Titicacasee und bolivianischer Grenze. Mitten am hellichten Tag war der Meteor Sekunden zuvor am Himmel erschienen, hell wie die Sonne, wie es hieß. Völlig zufällig befand sich damals ein gewisser Astroblogger in der Nähe und ließ sich auch durch Fake-News (das Wort gab es damals natürlich noch nicht) von tödlichen Arsendämpfen und chilenischen Raketenangriffen nicht davon abhalten, zum Ort des Geschehens zu reisen.

Der Meteoritenkrater von Carancas, 11 Tage nach dem Fall. Heute dürfte er nicht mehr zu erkennen sein.
Der Meteoritenkrater von Carancas, 11 Tage nach dem Fall. Heute dürfte er nicht mehr zu erkennen sein.

Zurück brachte er Fotos vom Krater, Augenzeugenberichte (ernsthaft verletzt wurde glücklicherweise niemand) und jede Menge bröseliges Meteoritengestein. Die ganze Geschichte schrieb ich danach für Sterne und Weltraum auf (Link zum – kostenpflichtigen – Artikel). Gleichzeitig begründete das Ereignis meine Bloggerkarriere: Mein erster Eintrag in den neu gegründeten Himmelslichtern beschäftigte sich mit eben diesem Fall. Im Frühsommer 2008 kehrte ich noch mal an den Krater zurück, auch davon habe ich im Blog berichtet.

Meine Meteoritensammlung aus Peru. Das meiste davon befindet sich mittlerweile in diversen Privatsammlungen.
Meine Meteoritensammlung aus Peru. Alle Teile stammen vom selben Ursprungskörper, der beim Aufprall zerbrach. Das meiste davon befindet sich mittlerweile in diversen Privatsammlungen.

Einen schönen Bericht auf Englisch über den Fall Carancas hat seinerzeit Svendt Buhl für meteorite-recon.com verfasst. Die Diskussion zum Thema im Forum des Arbeitskreises Meteore e. V. ist auch noch verfügbar. Ansonsten ist Carancas längst zum Eintrag in die Geschichtsbücher der Meteoritenforschung geworden.

Ein schönes Erlebnis hatte ich vor etwa drei  Jahren, als ich ein Bruchstück des Carancas-Meteoriten im Naturhistorischen Museum in Wien sah. Natürlich nicht so groß und hübsch wie dasjenige, dass ich bei mir daheim habe, und das ich zum Jahrestag mal wieder in die Hand nehmen werde.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *