“Ihre Kirche kann man vom Weltraum sehen!”

“Und das sogar nachts – hätten Sie wohl nicht gedacht, was?” Lichtverschmutzung machts möglich, auch wenn das in den meisten Fällen (hoffentlich) so nicht beabsichtigt ist.  Was eine einzelne schlecht ausgerichtete Fassadenbeleuchtung anrichten kann, zeigt das nachfolgende Beispiel:

Zwei 400 Watt starke Flutscheinwerfer reichten im Falle einer Kirche beim Ort Melpers in Thüringen aus, um vom VIIRS-Instrumente an Bord des Satelliten Suomi-NPP wahrgenommen zu werden:

Der Himmel über Melpers, erhellt durch eine Kirchenbeleuchtung (die Kirche bekommt vermutlich auch ein bisschen Licht ab). Bild: Andreas Hänel
Der Himmel über Melpers, erhellt durch eine 2x 400 Watt starke Kirchenbeleuchtung.  Bild: Andreas Hänel
Der Lichtfleck verschwand, sobald die Kirchenbeleuchtung abgeschaltet wurde. Bild: Andreas Hänel
Die Kirchenbeleuchtung ist mit dem VIIRS-Instrument an Bord des Suomi-NPP-Satelliten sichtbar, sie erscheint als blauer Fleck in der linken Abbildung. Der Lichtfleck verschwand, sobald die Kirchenbeleuchtung abgeschaltet wurde. Bild: Andreas Hänel

Vielleicht hilft ein dezenter Hinweis auf eine selbst vom Erdorbit aus sichtbare Energieverschwendung aus, bei dem ein- oder anderen Verursacher ein Umdenken zu bewirken. Im Falle einer Kirche könnte man ja auf den Gedanken kommen, dass ein verantwortlicher Umgang mit der Umwelt (oder wahlweise: Gottes Schöpfung) anders aussieht.

Links zu detaillierten Lichtverschmutzungskarten (u.a. auch für Google Earth) gibt es auf der Seite lichtverschmutzung.de der Fachgruppe “Dark Sky”. Dank an Andreas Hänel von der Fachgruppe für den Hinweis via Twitter und die Erlaubnis zur Bildnutzung!

2 thoughts on ““Ihre Kirche kann man vom Weltraum sehen!”

  1. Andreas Hänel 2018-03-16 / 6:31

    Einige Anmerkungen seien erlaubt:
    Das Bild wurde von Melpers (Thüringen) aus aufgenommen, die Kirchenanstrahlung ist in Brüchs (Bayern). Anfangs leuchtete sie die ganze Nacht (Suomi-NPP fliegt immer zwischen 1 und 2 Uhr über Mitteleuropa). Sie war vor allem deswegen aus der Ferne gut zu sehen, da die beiden Strahler so miserabel ausgerichtet waren, dass schätzungsweise 90% an den Himmel oder in das dahinter liegende Vogelschutzgebiet gestrahlt wurden. Zwischenzeitlich war sie ganz abgeschaltet. Inzwischen sollen wohl die Strahler besser orientiert, geringere Lichtmengen installiert und nur in den frühen Abendstunden angeschaltet sein. Bei mehreren Beobachtungstouren konnte ich sie jedenfalls nicht mehr aus der Ferne sehen.
    Lichtverschmutzung lässt sich mit etwas gutem Willen und Überlegung ganz einfach deutlich reduzieren! Und damit auch die Energieverschwendung. Und der Papst hat ja auch bereits die Lichtverschmutzung angeprangert – da sollten die Kirchen doch aktiv werden!

    • janhattenbach 2018-03-16 / 8:04

      Hallo Andreas,
      vielen Dank für die Informationen und natürlich das Engagement! Also hat es in diesem Fall tatsächlich eine Verbesserung gegeben. Macht Mut, es auch in anderen Fällen schlechter Beleuchtung zu versuchen. Oft (oder meistens) passieren solche Beleuchtungssünden wohl unbeabsichtigt, ein freundlicher Hinweis mit Verbesserungsvorschlägen kann dann schon helfen.
      Viele Grüße,
      Jan

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