Komet 29P/Schwassmann-Wachmann visuell und mit 24 Zoll

Der für seine quasi-regelmäßigen Ausbrüche bekannte periodische Komet 29P/Schwassmann-Wachmann ist nach einer Serie von Ausbrüchen rund 12mag hell, und damit in Reichweite von mittleren Amateurteleskopen. Letzte Nacht nahm ich ihn visuell von La Palma aus auf Korn, gleichzeitig beauftragte ich das Teleskop des Burke-Gaffney-Observatoriums in Kanada mit einem RGB-Bild. Transkontinentale Simultanbeobachtung sozusagen!

Komen 29P Schwassmann-Wachmann am 30.08.2017 01:55 UTC, aufgenommen mit dem 24" CDK des Burke-Gaffney-Observatoriums. 300 Sekunden Belichtungszeit, Grünfilter.
Komen 29P Schwassmann-Wachmann am 30.08.2017 01:55 UTC, aufgenommen mit dem 24″ CDK des Burke-Gaffney-Observatoriums. 300 Sekunden Belichtungszeit, Grünfilter.

29P ist momentan im Sternbild Steinbock zu sehen, und kulminiert damit gegen Mitternacht (was gestern ungefähr mit dem Monduntergang zusammenfiel). Endlich mal ein halbwegs interessanter Komet mit angenehmen Beobachtungszeiten!

Zweck der Unternehmung war eine visuelle Helligkeitsschätzung. Tatsächlich war es nicht schwer, den Kometen mit meinem 25cm-Newtonteleskop aufzuspüren. Bei 180facher Vergrößerung sah er wie ein kleiner, runder Lichtfleck aus, bei schwächerer Vergrößerung erschien er fast sternförmig.

Anhand mehrerer Vergleichsterne schätzte ich seine Helligkeit auf 12,0-12,3mag. Dabei verwendete ich den Trick, das Bild etwas unscharf zu stellen. Dadurch werden die Sterne leicht flächig, so dass sich Helligkeitsunterschiede besser erkennen lassen. Die visuelle Grenzgröße lag an meinem Beobachtungsort bei 6,5mag, das Seeing war durchschnittlich.

RGB-Komposit, die Helligkeiten einiger Vergleichssterne sind angegeben.
Bearbeitetes RGB-Komposit, die Helligkeiten einiger Vergleichssterne sind angegeben.

Das oben gezeigte Bild, dass das 24 Zoll CDK in Kanada kurze Zeit später für mich aufnahm (hier gezeigt das von mir am Morgen gefertigte RGB-Komposit) entspricht sowohl vom Bildausschnitt als auch von der Zahl der sichtbaren Sterne dem Anblick in meinem Teleskop. Dass die Grenzgröße nicht besser ist, dürfte an dem zum entsprechenden Zeitpunkt in Kanada noch sichtbaren Mond liegen.

In den kommenden Nächten wird sich der Mond zunehmend bemerkbar machen. Damit schließt sich das Beobachtungsfenster bis nach dem Vollmond. Ein Knüller ist 29P natürlich nicht. Mit kleineren Teleskopen oder gar Ferngläsern sieht man ihn nicht. Aber in Sachen Kometen haben wir uns ja in den letzten Jahren an Mittelmaß gewöhnt.

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