Kometenduo am frühen Morgen

Frühaufsteher können zur Zeit ein Duo aus zwei vielleicht nicht überwältigenden, aber doch interessanten Kometen beobachten. Sowohl der jüngst von Terry Lovejoy entdeckte C/2017 E4 (Lovejoy) als auch der schon etwas länger bekannte C/2015 ER61 PANSTARRS übererfüllen nämlich die hinsichtlich ihrer Helligkeit gesetzten Erwartungen. Bei dunklem Himmel und mit einem Fernglas sind beide Schweifsterne relativ einfach zu sehen.

Komet c/2017 E4 Lovejoy am Morgen des 5. April 2017. Aufnahmedaten: Canon EOS 6D, 200mm, f/4, ISO 6400, Einzelaufnahme, 3 Sekunden.
Komet c/2017 E4 Lovejoy am Morgen des 5. April 2017. Aufnahmedaten: Canon EOS 6D, 200mm, f/4, ISO 6400, Einzelaufnahme, 3 Sekunden.

C/2017 E4 Lovejoy fand ich heute morgen (5. April) tief am Osthorizont im Sternbild Pegasus. Dort ist er noch eine Weile zu finden, allerdings muss man genau die letzte halbe Stunde vor Dämmerungsbeginn abpassen. Mit rund 7 mag ist Lovejoy zwar kein Knaller, aber immerhin deutlich heller als vorhergesagt. Im 10×50 Fernglas ist der Komet problemlos zu sehen, wenn man dunklen Himmel hat (in meinem Fall besser als 6,5mag Grenzgröße). Im 25×100 meinte ich sogar einen Schweifansatz zu erahnen, was das Foto bestätigt. Das ist eine unbearbeitete Einzelaufnahme, fürs Einnorden und Nachführen war heute Morgen keine Zeit. Was andere Fotografen mit Remotesternwarten zaubern, darf hier bewundert werden.

Komet C/2015 ER61 PANSTARRS am Morgen des 5. April 2017. Bilddaten wie oben.
Komet C/2015 ER61 PANSTARRS am Morgen des 5. April 2017. Bilddaten wie oben.

C/2015 ER61 PANSTARRS ist etwas früher im Sternbild Steinbock zu finden, heute Morgen unweit des unscheinbaren Kugelsternhaufens M 72. Auch er ist deutlich heller als vorhergesagt, sein Ausbruch war zum Zeitpunkt meiner Beobachtung erst rund ein Tag her (der Grund, warum ich mir überhaupt den Wecker gestellt habe). im 10×50 und im 25×100 ist der Komet kein Problem, er erschien mit sogar noch etwas größer und heller als Lovejoy. Einen Schweifansatz konnte ich nicht erkennen, der Komet erschien rund und kugelig.

Den direkten Größenvergleich gewinnt PANSTARRS (rechts) leicht.
Den direkten Größenvergleich gewinnt PANSTARRS (rechts) leicht.

Was die Größe angeht, scheint mit mein Foto recht zu geben, die Helligkeit schätzten erfahrenere Beobachter am Vortag mit rund 7-8 mag etwas schwächer ein. Da der Ausbruch im Gange ist, bin ich mal auf weitere Beobachtungen und Helligkeitsschätzungen gespannt.

Aufsuchkarte für C/2017 E4 Lovejoy, erstellt mit Cartes du Ciel. Die Positionen gelten jeweils für 06:00 Uhr UT.
Aufsuchkarte für C/2017 E4 Lovejoy, erstellt mit Cartes du Ciel. Die Positionen gelten jeweils für 06:00 Uhr UT.

Wie die Aufsuchkarten zeigen, bewegen sich beide Kometen ostwärts und damit in die Dämmerung hinein. Das Beobachtungsfenster schließt sich also bald.

Aufsuchkarte für C/2015 ER61 PANSTARRS, erstellt mit Cartes du Ciel. Die Positionen gelten jeweils für 06:00 Uhr UT.
Aufsuchkarte für C/2015 ER61 PANSTARRS, erstellt mit Cartes du Ciel. Die Positionen gelten jeweils für 06:00 Uhr UT.

Fazit: Wer die Uhrzeit nicht scheut, bekommt am Morgen kometenmäßig noch für ein paar Tage  zwar auch keine Megashow geboten, aber ein interessantes Programm. Etwas anderes jedenfalls als die beiden erdnahen Kometen 41P und 45P, von denen hier schon mehrfach die Rede war.

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