LED-Leuchten auf La Palma

Dass LED-Straßenlicht nicht automatisch weiß, grell und von einer Farbtemperatur zum Eierabschrecken sein muss, beweist die Kanareninsel La Palma: Auch dort stehen erste LED-Lampen, auch dort sollen sie Strom sparen. Anders als anderswo möchte man hier beim Stromsparen aber nicht gleich die Nacht mitsamt Sternenhimmel abschaffen. Und so sieht die LED-Beleuchtung auf La Palma dann aus:

Ein Expemplar der palmerischen LED-Leuchten bei Tageslicht. Deutlich erkennt man die einzelnen Leuchtdioden.
Ein Exemplar der palmerischen LED-Leuchten bei Tageslicht. Deutlich erkennt man die einzelnen Leuchtdioden.
Bei Nacht ist kaum ein Unterschied zum Licht der alten Natriumdampf-Lampen zu erkennen. Die gute Abschirmung sorgt außerdem dafür, dass kein Licht direkt in den Himmel gestrahlt wird. Gut für Astronomen und andere Erdenbewohner.
Bei Nacht ist kaum ein Unterschied zum Licht der alten Natriumdampf-Lampen zu erkennen. Die gute Abschirmung sorgt außerdem dafür, dass kein Licht direkt in den Himmel gestrahlt wird. Auch die Beleuchtungsstärke ist moderat und nicht übertrieben. Gut für Astronomen und andere Erdenbewohner.

Von der Lichtfarbe nicht von normalen Natriumdampf-Hochdrucklampen zu unterscheiden, ausreichend hell statt grell, und (fast schon selbstverständlich) voll abgeschirmt, so dass das Licht nach unten fällt und nicht in den Himmel. Bei den LEDs handelt es sich um Exemplare des Typs „PC Amber“, deren Farbtemperatur bei ungefähr 2700 Kelvin liegt und deren Spektrum laut Hersteller (pdf) kein blaues Licht unterhalb von 500 Nanometern enthält.

Besser nicht nur für die Sterne, sondern auch für Mensch und Tier. Es geht also auch anders – wenn man nur will.

Nachtrag: Der RGB-Auszug des Fotos zeigt, wie erwartet, dass der Hauptteil des abgegebenen Lichts der Lampen im roten Spektralbereich liegt. Im Blauen ist zwar noch die Lampe selbst und ein Teil des beleuchteten Strauchs unter ihr zu sehen, die Straße erscheint aber (anders als im Roten und Grünen) dunkel.

Der RGB-Auszug des Bilds zeigt, dass der Hauptteil des LED-Lichts im Roten Spektralbereich liegt, und nur sehr wenig im Blauen. So soll es sein.
Der RGB-Auszug des Bilds zeigt, dass der Hauptteil des LED-Lichts im roten Spektralbereich liegt, und nur sehr wenig im Blauen. So soll es sein.

Dafür erscheint der Himmel im Blauauszug heller, was am gestreuten Mondlicht an jenem Abend lag. Das unterstreicht noch einmal, warum blaues Licht so viel stärker zur Lichtverschmutzung beiträgt: Es wird in der Atmosphäre leichter gestreut als rotes Licht. Deshalb ist der Himmel tagsüber blau – und deshalb werden Weißlicht-LEDs, wenn sie flächendeckend eingesetzt werden, zu einem drastischen Verschwinden der Sterne führen.

2 thoughts on “LED-Leuchten auf La Palma

  1. Andreas Hänel 2017-04-13 / 17:37

    PCAmber LEDs haben immer einen kleinen Blauanteil, da sie das blaue Licht der InGaN LEDs mit Phosphorschichten in das bernsteinfarbene Licht wandeln! Sie haben zwar eine gute Farbwiedergabe (besser als Natriumhochdrucklampen), in meinen Augen aber noch einen zu hohen Anteil bei H-alpha. Nur schmalbandige amber (bernsteinfarbene) LED haben keinen Blauanteil, aber schlechtere Farbwiedergabe. Es gibt Modelle, wo man die LEDs so mischen kann, dass man weder starke Emissionen bei H-alpha noch im Blauen hat – das wäre für die Astronomie optimal!

    Auf La Palma sollte man eigentlich die alte Tradition aufrecht erhalten: abends breitbandig amber (bislang Natriumhochdruck), ab Mitternacht schmalbandig (bislang Natriumniederdruck) oder abschalten! Genau das passiert jetzt auf der Wasserkuppe im Sternenpark Rhön!

    • Jan Hattenbach 2017-04-13 / 17:47

      Hallo Andreas,
      danke für den Hinweis! Hast du dazu Lichtspektren, die den Blauanteil zeigen? In dem oben im Text von mir verlinkten Datenblatt sieht es so aus, als hätten die PC Amber keinen nennenswerten Blauanteil mehr. Ich weiss allerdings nicht, welche genau die auf La Palma sind, gibt es mehrere Hersteller?

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