Lichtverschmutzung: Ein neues Gesetz in Frankreich und ein Volksbegehren in Bayern

Zwei (positive) Nachrichten zum Thema Lichtverschmutzung sollen hier nicht verschwiegen werden. In Frankreich wurde Ende Dezember ein landesweites Gesetz erlassen, und in Bayern sammelt eine Initiative Stimmen für ein Volksbegehren, das auch das Thema “Licht bei Nacht” aufgreift.

Lichtverschmutzung ist in den Himmel gestreutes und damit verschwendetes Licht

Das “Dekret vom 27. Dezember 2018 zur Verhütung, Verringerung und Begrenzung der Lichtverschmutzung“, das in ganz Frankreich gilt, ist hier im Wortlaut nachzulesen. Einen Artikel dazu habe ich hier verlinkt. Leider reicht mein Französisch nicht aus, um Details wiedergeben zu können, und auch Google Translate macht mich nicht schlau genug.

Wie man so auf anderen Kanälen erfährt, setzt das Gesetz Grenzen für den Anteil des in den Himmel gestreuten Lichts, die verwendete Lichtfarbe und die Helligkeit beleuchteter Flächen (für öffentliche Beleuchtung wohlgemerkt). So soll die Lichtfarbe 3000K nicht übertreffen – grellweise LEDs wären damit für die Straßenbeleuchtung wohl nicht zulässig. Das sind sehr sinnvolle Regeln. Preisfrage ist, ob und wie sie umgesetzt werden, wer sie überwacht und welche Sanktionen bei Verstößen vorgesehen sind.

Auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung!

Volksbegehren in Bayern

Unterstützenswert scheint mir auch das “Volksbegehren Artenvielfalt“, das vom 31. Januar bis zum 13. Februar in bayrischen Rathäusern unterzeichnet werden kann. Das Volksbegehren fordert ein überarbeitetes Artenschutzgesetz, dessen Entwurf hier (pdf) heruntergeladen werden kann. Darin geht es vordergründig um den Arten- und vor allem Insektenschutz. Für Freunde der Nacht ist aber besonders der Artikel 11 interessant:

Nach Art. 11 wird folgender Art. 11a eingefügt:

Art. 11a Himmelstrahler und Beleuchtungsanlagen

Eingriffe in die Insektenfauna durch künstliche Beleuchtung im Außenbereich sind zu vermeiden. Himmelstrahler und Einrichtungen mit ähnlicher Wirkung sind unzulässig.

Beim Aufstellen von Beleuchtungsanlagen im Außenbereich müssen die Auswirkungen auf die Insektenfauna, insbesondere deren Beeinträchtigung und Schädigung, überprüft und die Ziele des Artenschutzes berücksichtigt werden.

Beleuchtungen in unmittelbarer Nähe von geschützten Landschaftsbestandteilen und Biotopen sind nur in Ausnahmefällen von der zuständigen Behörde oder mit deren Einvernehmen zu genehmigen.

Quelle: Volksbegehren Artenvielfalt, Hervorhebungen von mir

Damit der Gesetzestext dem bayerischen Landtag zur Abstimmung vorgelegt werden kann, müssen ihn mindestens 10% der in Bayern Wahlberechtigten unterzeichnen. Das sind immerhin rund eine Million Menschen. Und damit das nicht zu einfach wird, geht es nicht online, sondern nur persönlich in den Rathäusern des schönen Bayernlandes.

Wer also in Bayern wohnt, darf sich von mir herzlichst dazu aufgefordert fühlen, sich das Volksbegehren anzuschauen und ggf. zu unterstützen – vom 31.01.-13.02.2019 im jeweils zuständigen Rathaus!

Nachtrag: Das Volksbegehren war nicht einfach nur erfolgreich, es ist sogar das erfolgreichste Volksbegehren der Geschichte Bayerns. Laut Initiatoren wurden 1.745.383 Millionen Unterschriften gesammelt, das entspricht einer Beteiligung von 18,4 Prozent der Wahlberechtigten. In manchen Gemeinden wurden Quoten zwischen 30 und 40% erreicht.

Herzlichen Glückwunsch!

One thought on “Lichtverschmutzung: Ein neues Gesetz in Frankreich und ein Volksbegehren in Bayern

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.