Linktipp #13: Der Himmel in fünf Millionen Jahren

Der ESA-Satellit Gaia misst derzeit die genauen Positionen von rund einer Milliarde Sternen. Wenn er im Jahr 2022 seine Mission abgeschlossen hat, wird man von vielen davon auch ihre dreidimensionale Bewegung im Raum kennen. Noch ist es nicht soweit, aber mit den Daten seines Vorgängers Hipparcos konnten ESA-Wissenschaftler für rund zwei Millionen von ihnen schon jetzt vorausberechnen, wie sich der Anblick der Milchstraße von der Sonne aus in den nächsten fünf Millionen Jahren ändert. Ein beeindruckendes Video zeigt das Ergebnis.

Zu Beginn des Videos sind rechts das Sternbild Orion und links die Plejaden im Sternbild Stier zu erkennen. Das bekannte Muster der heutigen Sternbilder verschwindet bald mit dem Lauf der Zeit. Die Sterne und ihre Bewegung sind in galaktischen Koordinaten dargestellt, deshalb verläuft die Milchstraße entlang der Horizontalen. Zwischen zwei Einzelbildern liegen jeweils 750 Jahre.

Natürlich ist nicht alles perfekt realistisch in diesem Video: Im Laufe von fünf Millionen Jahren werden viele der Sterne als Supernova explodieren, andere werden stiller verlöschen. Gaia verfolgt auch nicht doe Bewegung der dunklen Staubwolken, die sich jedoch auch bewegen und aus denen im Laufe der Zeit heute unbekannte, weil vom Staub verdeckte Sterne auftauchen werden. Hinzu kommen ein paar Artekfakte aufgrund der Art und Weise, wie Gaia den Himmel abscannt. Diese zeigen sich zu Beginn des Videos in Form dunkler Streifen.

Nichtsdestrotrotz ein wunderbar lehrreiches Video – das unsere arg beschränkte menschliche Wahrnehmung der kosmischen Bewegungen zurechtrückt!

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