Mars begegnet Neptun

Am Freitagabend kommen sich Mars und Neptun besonders nah. Aber keine Angst, das Sonnensystem fliegt trotzdem nicht auseinander – die Begegnung findet nur auf der Himmelssphäre statt! Astronomen sprechen von einer Konjunktion, wenn sich zwei Himmelskörper aus Sicht der Erde am Firmament begegnen. Die dichteste Begegnung um 15:08 MEZ von nur 2,1 Bogenminuten verpassen wir leider, doch auch am Abend stehen beide Planeten einander so nah, dass man sie problemlos in einem Fernrohrgesichtsfeld sehen kann.

Mars und Neptun im Gesichtsfeld eines 250mm-Teleskops mit 1200mm Brennweite, gesehen durch ein 20mm-Okular. Das Gesichtsfeld beträgt etwa 1° 20' - etwa das dreifache eines Vollmonddurchmessers. Norden ist unten, Osten links. Gerechnet für 18:00 MEZ, erstellt mit Stellarium.
Mars und Neptun im Gesichtsfeld eines 250mm-Teleskops mit 1200mm Brennweite, gesehen durch ein 20mm-Okular. Das Gesichtsfeld beträgt etwa 1° 22′ – etwa das dreifache eines Vollmonddurchmessers. Dargestellt ist der Anblick im umkehrenden Teleskop, Norden ist unten, Osten links. Gerechnet für 18:00 MEZ, erstellt mit Stellarium.

Mars ist recht leicht zu finden: Es ist der 0,1mag helle orange-rote “Stern”, der nach Ende der Dämmerung genau im Süden im Sternbild Wassermann zu sehen ist:

Mars im Sternbild Wassermann am 7.122018 um 18:00 MEZ. Erstellt mit Stellarium.
Mars im Sternbild Wassermann am 7.122018 um 18:00 MEZ. Erstellt mit Stellarium.

Neptun hat eine scheinbare Helligkeit von nur knapp 8mag. Er ist daher nicht mit bloßem Auge zu sehen und erscheint im Teleskop nur als schwaches, bläuliches Sternchen. Normalerweise ist es nicht ganz einfach, den äußersten Planeten des Sonnensystems zu finden. Außer am Freitagabend – einfach Mars einstellen, mit dem Bild ganz oben vergleichen: Neptun ist das bläuliche Sternchen gleich neben dem 1300 Mal helleren Mars. Neptun ist dabei nochmals etwas schwächer als der ebenfalls im Gesichtsfeld stehende Stern 81 Aquarii (6,2mag).

Der Abstand beträgt am Abend rund fünf Bogenminuten. Zum Vergleich: Der Vollmond misst am Himmel ganze 30 Bogenminuten, oder ein halbes Grad.

Mars erscheint am Freitag gerade mal acht Bogensekunden groß, Neptun sogar nur 2,2 Bogensekunden. (Eine Bogensekunde ist der 60. Teil einer Bogenminute.) Bei hoher Vergrößerung (200fach oder mehr) lassen sich bei ruhiger Luft vielleicht ein paar Details auf Mars erkennen, zum Beispiel die helle Polkappe. Für Neptun besteht die Herausforderung darin, ihn als kleines Scheibchen zu sehen.

Schon heute stehen beide Planeten recht nahe, und in den Tagen nach dem Freitag ebenfalls. Man kann leicht verfolgen, wie sich die Position der beiden von Tag zu Tag verändert.

Einen klaren Himmel dafür!

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