Merkur am Junihimmel

Merkur erreicht im Juni seine zweitbeste und zudem längste Abendsichtbarkeit des Jahres. Am 24. Juni steht der innerste Planet 25,2 Grad östlich der Sonne. Das ist deutlich mehr als im Februar, als er zum letzten Mal am Abendhimmel stand. Gestern Abend habe ich den Planeten neben dem Mond erwischt, dabei ist das folgende Foto entstanden.

Mond und Merkur (rechts) am Abend des 04. Juni 2019, gegen 21:00 UTC. Aufnahmedaten: Canon EOS 6D, 200 mm Teleobjektiv, ISO 800, 1s, f/5,6

Das Bild entstand in La Palma, wo die Ekliptik derzeit abends steiler zum Westhorizont steht als in Mitteleuropa. In Deutschland erreicht Merkur diesen Monat bei ausreichend dunklem Himmel zwar nur Horizonthöhen von bis zu 7,5 Grad. Dafür zieht sich sein Gastspiel am Abend über den gesamten Monat hin: Bereits am 1. Juni konnte Merkur nach Ende der bürgerlichen Dämmerung, also etwa 40 Minuten nach Sonnenuntergang, etwa vier Grad über dem Nordwesthorizont aufgespürt werden. Bis zum 15. Juni steigt diese Horizonthöhe auf bis zu 7,5 Grad – nicht viel, aber genug, um den zur Monatsmitte 0,0mag mag hellen Planeten im Fernglas und mit bloßem Auge zu sehen.

Danach nimmt die Horizonthöhe wieder ab. Die beste Zeit für eine Merkursichtung liegt also zwischen dem 10. und dem 20. Juni, und damit vor seiner maximalen Elongation! Am Abend des 18. Juni passiert der Planet zudem den 1,8 mag hellen Mars; der minimale Abstand der beiden beträgt nur etwa 14 Bogenminuten.

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