Merkur: Beste Abendsichtbarkeit des Jahres

Vielleicht ist es schon aufgefallen: Der helle „Abendstern“, der die letzten zwei Monate nach Sonnenuntergang den Westhimmel zierte, ist verschwunden: Venus stand am 25. März in unterer Konjunktion und erscheint in diesen Tagen am Morgenhimmel. Die Wachablösung am Abend ist aber bereits erfolgt: In den den kommenden zwei Wochen ist der Merkur besser zu sehen als sonst in diesem Jahr – zumindest am Abendhimmel.

Merkur steht Ende März und Anfang April 2017 nach Sonnenuntergang tief am Abendhimmel. Hier ist die Situation für den Abend des 31. März etwa 40 Minuten nach Sonnenuntergang gezeigt: Die Sternbilder Orion und Stier, sowie der Mond und Mars helfen bei der Aufsuche des flinken Planeten. (Grafik erstellt mit Stellarium)
Merkur steht Ende März und Anfang April 2017 nach Sonnenuntergang tief am Abendhimmel. Hier ist die Situation für den Abend des 31. März etwa 40 Minuten nach Sonnenuntergang gezeigt: Die Sternbilder Orion und Stier, sowie der Mond und Mars helfen bei der Aufsuche des flinken Planeten. (Grafik erstellt mit Stellarium)

Als innere Planeten des Sonnensystems können Merkur und Venus aus unserer Sicht bekanntlich nie sehr weit von der Sonne am Himmel stehen, besonders Merkur verblasst daher meist im Tages- oder Dämmerungslicht. Auch während der derzeitigen Abendsichbarkeit ist der Himmel noch aufgehellt, wenn Merkur am besten zu sehen ist. Am besten positioniert man sich mit freier Sicht nach Westen.

Zur Zeit etwa 40 Minuten nach Sonnenuntergang steht die Sonne 6 Grad unter dem Horizont – das markiert das Ende der „bürgerlichen Dämmerung„. Dann sollte Merkur als mäßig heller „Stern“ einige Grad über dem Westhorizont zu sehen sein – klarer Himmel vorausgesetzt.

Am 30./31. März steht der Planet bei Ende der bürgerlichen Dämmerung etwa 12 Grad über dem Horizont. In der ersten Aprilwoche nähert er sich aus Erdsicht der Sonne bereits wieder – das Beobachtungsfenster schließt sich schnell.

Als Hilfsmittel leistet ein Fernglas gute Dienste. Aber Vorsicht! Wenn die Sonne noch am Himmel steht, niemals direkt hineinblicken, schon gar nicht mit dem Fernglas! Schwere Augenschäden können die Folge sein.

Im Teleskop ist Merkur eher unspektakulär: Das Planetenscheibchen ist nur gut sieben Bogensekunden groß. Ist die Luft ruhig, kann man vielleicht sehen, dass der Merkur etwa halb beleuchtet ist.

Clear Skies!

Linktipps: Eine Auflistung aller Merkursichtbarkeiten 2017 gibt es auf der Webseite der Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie.

Die Himmelsvorschau für den April – mit Merkur, Venus und mehr.

 

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