Moderate Perseiden trotz Hype

Der jährliche Meteorstrom der Perseiden erreicht morgen, am 12. August, sein Maximum. Leider fällt das in diesem Jahr auf die hellen Nachmittagsstunden, weswegen nur seine Ausläufer vor- und nachher für Mitteleuropäer beobachtbar sind. Auch stört in den Morgenstunden, wenn der Perseidenradiant hoch am Himmel steht, der abnehmende Mond. Die Beobachtungsbedingungen sind also nicht ideal, trotz der vielen euphorischen Ankündigungen auf manchen Kanälen.

Perseiden-Feuerkugel, aufgenommen im Jahr 2019.
Perseiden-Feuerkugel, aufgenommen im Jahr 2019.

Mein Tipp: Am besten hält man in den Nächten vom 11. auf den 12, und vom 12. auf den 13. August etwa zwischen Dämmerungsende und 03 Uhr MESZ nach den Perseiden Ausschau. Wer später guckt, sollte  den hellen Mond abschirmen, indem man sich in seinem Schatten z.B. hinter einer Gebäudewand postiert. In jedem Falle werden nur ein Bruchteil der anderswo versprochenen mehr als 100 Perseiden pro Stunde zu sehen sein – diese Zahl bezieht sich nämlich auf optimale Beobachtungsumstände. Mit etwas Glück könnten es immerhin einige Dutzend pro Stunde sein (aber nur, wenn man fernab der allerschlimmsten Lichtverschmutzung beobachtet, was gerade in den Städten einem schwierig zu lösendem Problem gleichkommt).

Die Perseiden sind aber bekannt für relativ viele helle Meteore, manchmal mit einem regelrechtem Blitz zerplatzen (siehe Foto). Davon lohnen schon einige wenige die Beobachtung – Klasse statt Masse eben!

Engagierte Beobachter können versuchen, in den Morgenstunden des 12. nach erhöhter Aktivität Ausschau zu halten. Noch vor dem eigentlichen traditionellen Maximum sollte es dieses Jahr nämlich zu einem zweiten Anstieg kommen, da die Erde ein zusätzliches Filament des Ursprungskometen 109P/Swift-Tuttle durchquert, in dem die Meteoroidenteilchen besonders zahlreich sind. Leider wird dieser Durchgang ebenfalls am 12. August gegen 12 Uhr MESZ erwartet – aber vielleicht tut sich ja schon früher etwas. Mehr dazu enthält der IMO Shower Calendar!

Klaren Himmel dafür!

Mehr zu den Perseiden 2020 (auf Englisch), auf der Webseite der International Meteor Organization (IMO)!

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