Nächste Woche: Das erste “Bild” eines Schwarzen Lochs?

Vorab: Ich weiss auch noch nichts, und wenn ich vorab etwas erfahre, darf ich bis zum Ende des Presse-Embargos nichts sagen. Gespannt also warte ich auf das, was uns am 10. April in einer weltweiten Multi-Pressekonferenz verraten werden wird!

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Bild: ESO

Am Mittwoch, den 10.04.2019, werden ab 15:00 MESZ werden die lange erwarteten ersten Ergebnisse des sogenannten “Event Horizon Telescope” (EHT) vorgestellt. Die zentrale Pressekonferenz findet in Brüssel am Sitz der EU-Kommission statt und kann im Netz live angesehen werden. Zeitgleich finden weitere Pressekonferenzen rund um den Globus in verschiedenen Sprachen (aber nicht auf Deutsch) statt. Auf denen wird sicherlich inhaltlich das Gleiche vorgetragen wie in Brüssel.

Ein Teleskop so groß wie die Erde

Das EHT ist ein Zusammenschluss von Radioteleskopen in Europa, Nord- und Südamerika, Hawaii und der Antarktis. Sein Ziel ist es, zum ersten Mal ein Bild des “Schattens” des Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße zu erstellen. Der erste direkte Nachweis also, dass es Schwarze Löcher wirklich gibt!

Das Schwarze Loch im Milchstraßenzentrum ist rund vier Millionen Sonnenmassen schwer und 26000 Lichtjahre entfernt. Am Himmel sollte es nicht größer als 50 Mikrobogensekunden erscheinen – das entspricht etwa einer DVD gesehen auf der Oberfläche des Mondes. Ein Teleskop, dass ein so winziges Obejkt noch darstellen kann, muss rund 2000 Mal schärfer sehen wie das Hubbleteleskop.

Der Schatten des Ereignishorizonts

Das EHT soll das können. Deshalb stehen die Teleskope so weit auseinander: Die Basislänge des Teleskops beträgt rund 10000 km. Werden die Teleskopen mittels Interferometrie zusammengeschaltet, dann entsprechen sie einer virtuellen Radioschüssel von der Größe der Erde. Bei der verwendeten Wellenlänge der Radiostrahlung von 1,3 Millimeter sollte das EHT gerade in der Lage sein, das Schwarze Loch abzubilden.

Das mit Spannung erwartete Resultat wird freilich kein gewöhnliches Foto sein, sondern ein aus vielen Beobachtungen des EHT am Rechner zusammengesetztes Bild. Deshalb hat es auch so lange gedauert – das EHT ist schon ein paar Jahre in Betrieb. Wenn alles geklappt hat, dann sollte das Bild etwa dem entsprechen, was die Wissenschafter zuvor am Computer simuliert haben: Ein dunkler Schatten des “Ereignishorizonts” vor dem Hintergrund der Radiostrahlung, die von Materie in der unmittelbaren Umgebung des Schwarzen Lochs emittiert wird.

Vielleicht wird aber auch etwas ganz anderes, weniger spektakuläres erzählt. Aber dafür würde man sicher nicht so einen Pressezirkus machen – oder? Warten wir’s ab!

Nur zur Klarstellung: Dieser Blog ist aprilscherzfreie Zone.

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