Sang und klanglos: Das Aus für das “Public Telescope”

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift “Sterne und Weltraum” (12/2018, S. 92) fand ich eine dürre Meldung, die ich kurz hier erwähnen möchte. Das “Public Telescope”, eine Initiative aus Deutschland zum Bau eines Weltraumteleskops für “jedermann”, heißt es dort, ist gescheitert. Es haperte wohl an der Finanzierung.

Eine Google-Suche zum "Public Telescope" fördert zwar ein paar alte Artikel und Bilder zu Tage, aber keine Information der Betreiber zum Ende des Projekts. Screenshot: Google
Eine Google-Suche zum “Public Telescope” fördert zwar ein paar alte Artikel und Bilder zu Tage, aber keine Information der Betreiber zum Ende des Projekts. Screenshot: Google

Wirklich überraschend finde ich diese Meldung zwar nicht. Erwähnenswert ist sie trotzdem, weil ich seinerzeit zum Start des Projekts ebenfalls darüber geschrieben hatte, der alte Blogartikel aus dem Jahr 2012 findet sich hier.

Als Grund für das Scheitern wird in der Meldung genannt, dass es den Betreibern misslang, das Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zur weiteren finanziellen und politischen Unterstützung als “starken Partner” zu gewinnen.

Verglichen mit dem Brimborium, das damals um das Projekt gemacht wurde, wirkt der Abgang geradezu sang- und klanglos.  Zumindest ich habe von den Betreibern selbst nichts dazu gehört. Die Liquidation der das Projekt betreibenden “Astrofactum GmbH” fand jedenfalls offenbar schon im März statt.

Sowohl die Webseiten von “Astrofactum” als auch die des “Public Telescope” sind mittlerweile offline. Als ich vor langer Zeit das letzte Mal darauf blickte (das muss irgendwann 2017 gewesen sein), glänzte die Seite des “Public Telescope” meiner Erinnerung nach weniger mit harten Fakten zu Teleskop und Hardware, dafür mit Erfolgsmeldungen in Sachen Finanzierung und einer Fotowand illustrer Unterstützer und Partner.

Natürlich darf jeder Unternehmer seinen Laden dicht machen, wenn er möchte oder muss. Wenn aber EU-Fördermittel im Spiel waren, fände ich es als Steuerzahler eine Stellungnahme der Betreiber angemessen. (Vielleicht gab es eine solche, mir ist keine bekannt. Eine kurze Google-Suche fördert bei mir nichts zu Tage.)

2 thoughts on “Sang und klanglos: Das Aus für das “Public Telescope”

    • janhattenbach 2018-11-09 / 12:50

      Hallo Thomas,

      es lohnt sich übrigens, auch die Kommentare unter meinem verlinkten Artikel von 2012 noch mal zu lesen. Da hab’ ich mir sogar Kritik eingefangen, weil ich das Projekt nicht hochgelobt hatte – was ich auch deshalb nicht tat, weil vieles im Ungefähren blieb. Natürlich ist es jetzt nicht nett, “told you so” zu sagen, zumal ich ja nicht weiss, was letztlich der Grund für das Nein vom DLR war. Aber von den Befürwortern und Unterstützern von damals hab ich heute auch nichts mehr gehört.

      cs, Jan

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