Sternbedeckung durch den Mond

Sternbedeckungen durch den Mond führen uns vor Augen, wie schnell sich der Erdbegleiter vor dem Hintergrund der Fixsterne bewegt. Pro Stunde wandert der Mond um etwa seinem scheinbaren Durchmesser (0,5°) in östlicher Richtung. Normalerweise bekommen wir davon nichts mit, weil dieser Bewegung die Erddrehung überlagert ist, durch die sich alle Objekte – scheinbar – nach Westen bewegen. Es sei denn, ein Stern steht dem Mond im Weg.

Am Abend des 19. Februar bedeckte der zunehmende Mond den Stern HIP 5315. Die Bedeckung erfolgte von den Kanarischen Inseln fast zentral.
Am Abend des 19. Februar bedeckte der zunehmende Mond den Stern HIP 5315. Die Bewegung des Mondes relativ zum “festen” Stern erfolgte nach links oben. Die Bedeckung erfolgte von den Kanarischen Inseln fast zentral.

Das passiert jede Nacht, und alle paar Tage ist auch ein hellerer Stern dabei. So wie am Abend des 19. Februar HIP 5315 im Sternbild Cetus. Dieser ist mit 6,4mag hell genug, dass man ihn theoretisch noch mit bloßem Auge sehen kann. Neben dem Mond ging das aber nicht. Erst im Kamerasucher fiel mir der Stern auf, so dass ich die obige Bildserie machen konnte.

Die Serie entstend mit einem 200mm Teleobjektiv und dauerte vom ersten zum letzten Bild drei Minuten und 13 Sekunden. Dann war der Stern hinter dem Mond verschwunden. Der Eintritt des Bedeckungsereignisses (astronomisch: “Okkultation”) erfolgte am dunklen (=unbeleuchteten) Mondrand. Der war durch den Erdschein immer noch genug beleuchtet, um auf der Aufnahme hell zu erscheinen. Die Mondsichel ist überbelichtet.

Die Aufnahmen entstanden auf La Palma. Das ist in diesem Zusammenhang wichtig zu erwähnen, denn in Deutschland verpasste HIP 5315 die Mondscheibe knapp. Die in astronomischen Maßstäben kleine Distanz zum Mond (380.000 Kilometer) ist kurz genug, um einen merklichen Perspektivfeffekt zwischen unterschiedlichen Beobachtungsorten auf der Erde zu erzeugen. Noch eine Sache, die man dank Sternbedeckungen lernt.

Wer Sternbedeckungen durch den Mond geplant beobachten, und nicht wie ich von ihnen überrascht werden will, findet die in Deutschland sichtbaren in jedem Heft von “Sterne und Weltraum” aufgelistet. Etwas aufwendiger ist es, sie sich selbst zusammenzusuchen. Das geht mit Planetariumsprogrammen wie “Stellarium” oder professioneller mit der Software “Occult“.

 

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