Venus als heller Abendstern (und Mars gleich daneben)

In diesen ersten Wochen des neuen Jahres entwickelt sich unser Nachbarplanet Venus zum hellen Abendstern. Sie erscheint bereits in der Abenddämmerung und wird in den kommenden Wochen immer heller. Am 19. Februar wird sie dann im „größten Glanz“ stehen – mit etwa -4,8mag erreicht sie ihre maximale scheinbare Helligkeit.

Venus und Mars am Abend des 14.01.2017, aufgenommen auf La Palma. Canon EOS 6D, 16mm, f/8, ISO 1600, Belichtungszeit 5 Sekunden.

Venus bewegt sich im Sonnensystem innerhalb der Erdbahn um die Sonne. Sie ist daher niemals die gesamte Nacht über zu sehen sondern erscheint stets entweder am Morgen- oder Abendhimmel. Der „Morgen-“ oder „Abendstern“ des Volksmunds ist also der selbe – und gar keiner: In beiden Fällen handelt es sich um den Planeten Venus.

Im Zoom erkennt man den Stern Lambda Aquarii, der am 14.01. etwa 5 Bogenminuten Abstand zur Venus hatte. Canon EOS 6D, 70mm, f/16, ISO 3200, Belichtungszeit 4 Sekunden (rechts klicken für eine größere Ansicht)

Für Teleskopbeobachter wird Venus zunehmend interessant: Sie bewegt sich langsam zwischen Sonne und Erde und nähert sich dabei. Damit steigt einerseits ihr scheinbarer Durchmesser, andererseits sinkt ihre Beleuchtungsphase. Venus zeigt sich als zunehmend schmalere und größere Sichel. Momentan (Mitte Januar) ist ungefähr „Halbvenus“.

Venus, Mars und der Mond am 31.01., Simulation mit Stellarium

Einige Grad östlich von Venus steht außerdem unser zweiter Nachbar, der Mars. Deutlich lichtschwächer als Venus, erkennt man ihn mit bloßem Auge am ehesten an seiner rötlichen Farbe. Venus und Mars nähern sich bis Ende Januar immer weiter an, bis Venus sich auf der Himmelssphäre wieder der Sonne nähert und sich von Mars entfernt. Am 31.1. und 1.2. passiert die zunehmende Mondsichel das Planetenpaar.

Änderung von Beleuchtungsgrad und scheinbarem Durchmesser vom 15.01. (links) über den 15.02 (Mitte) bis zum 15.03.2017. Erstellt mit Stellarium.

Im März verabschiedet sich Venus dann vom Abendhimmel. Am 25. 03. 2017 steht sie in unterer Konjunktion, d. h. zwischen Erde und Sonne. Sie steht allerdings nicht genau auf der Verbindungslinie, sondern läuft an diesem Tag nördlich an der Sonne vorbei. Einige Wochen später taucht sie dann am Morgenhimmel auf – dann als Morgenstern.

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